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In Frankfurt gab der DAX hingegen 1,01 Prozent auf 24.571 Einheiten ab. Der deutsche Leitindex wurde vor allem vom Kurseinbruch beim Schwergewicht SAP in Höhe von 16 Prozent belastet. Der Softwarekonzern hatte mit seinen Quartalszahlen und dem Ausblick enttäuscht.
Außerhalb der Eurozone gewann der britische Leitindex FTSE 100 0,43 Prozent auf 10.198 Zähler. Mit dem Schweizer SMI ging es um 0,4 Prozent auf 13.076 Punkte nach oben.
Marktexperte Andreas Lipkow verwies auf einen möglichen militärischen Konflikt im Iran und mahnte zur Vorsicht. "Diese geopolitische Thematik bringt große Verunsicherung in die Finanzmärkte."
Von dieser Unsicherheit profitierten die Rohstoff- und Öltitel. Beide Sektoren lagen an der Spitze. Gefragt waren auch die Industriewerte. Hier setzten ABB mit einem Gewinn von fast zehn Prozent Akzente. Der starke Auftragseingang im Schlussquartal trieb die Aktien auf ein Rekordhoch. Analyst Phil Buller von JPMorgan sprach von überwältigenden Auftragseingängen beim Schweizer Elektrotechnikkonzern.
Am Ende des Feldes lagen die Technologietitel. Massive Verluste der schwer gewichteten SAP-Aktie drückten den Sektor nach unten. Der Softwarekonzern hatte mit seinen Quartalszahlen und dem Ausblick enttäuscht.
Ähnlich schwach war der Chemiesektor. Hier sorgten Givaudan für Belastung. Der Aromen- und Duftstoffhersteller hatte beim organischen Wachstum im vierten Quartal und bei der operativen Marge die Erwartungen der Analysten verfehlt. Die Aktie gab um 6,5 Prozent nach.
Im wenig veränderten Telekomsektor fielen Nokia mit einem Abschlag von 5,4 Prozent negativ auf. Analysten begründeten die Verluste mit dem enttäuschenden Ausblick für die Netzwerkinfrastruktur. Die Quartalszahlen seien dagegen gut gewesen.
Unspektakulär waren indes die Reaktionen im Pharmasektor auf die Quartalsberichte von Sanofi und Roche. Während die Aktien der Franzosen leicht verloren, zog das Schweizer Schwergewicht etwas an.
H&M verbilligten sich um 1,7 Prozent. Der schwedische Modekonzern hat im Vorjahr dank Sparmaßnahmen und eines besseren Warenangebots mehr verdient. Das operative Ergebnis kletterte um rund sechs Prozent auf 18,4 Milliarden schwedische Kronen (rund 1,62 Milliarden Euro), wie der Zara-Rivale mitteilte.
Die Deutsche Bank verzeichnete 2025 ein Vorsteuerergebnis von 9,7 Milliarden Euro auf Rekordniveau. Damit erreichte das Geldhaus nicht nur sein Renditeziel, sondern übertraf auch die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Getrübt wird der Geschäftserfolg von erneuten Ermittlungen gegen nicht näher benannte Verantwortliche und Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses wegen des Verdachts der Geldwäsche, die am Vortag bekannt wurden: Die Aktien der Bank reagierten mit einem Abschlag von 2,2 Prozent.
Die niederländische Großbank ING hat zum Jahresende 2025 dank starker Zins- und Provisionserträge ebenfalls mehr verdient als erwartet. Im vierten Quartal kletterte der Gewinn um 22 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro. Von der Bank befragte Analysten hatten im Schnitt mit 1,34 Milliarden Euro gerechnet. Angesichts des Wachstums im Kreditgeschäft und bei den Gebühren hob ING die Prognose für die kommenden Jahre an. Die ING-Titel gaben 0,9 Prozent nach.
FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND