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Anleger warten auf Inflationsdaten aus den USA, die am Nachmittag veröffentlicht werden, hieß es. Während gegenseitige Drohungen und Warnungen im Iran-Krieg anhalten, haben zudem die Ölpreise wieder das höchste Niveau seit Ende Juli erreicht. "Eine Einigung zwischen den USA und dem Iran gibt es nicht, sodass sich auch keine Ausweitung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormuz abzeichnet", schrieben die Experten der Landesbank Helaba. Sie wiesen auf die damit wieder zunehmenden Inflationsrisiken hin.
Eine Branchenbetrachtung präsentierte Energiewerte am stärksten. Hier sorgte Vestas für Rückenwind. Der Windanlagenbauer hat seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr nach einer robusten Entwicklung im zweiten Quartal erhöht. Im zweiten Quartal profitierte Vestas von einer anhaltend guten Nachfrage. Der Umsatz kletterte um mehr als ein Viertel auf 4,7 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis erreichte 446 Millionen Euro, die entsprechende Marge sprang von 1,5 auf 9,4 Prozent. Damit übertraf Vestas die Erwartungen der Analysten. Die Vestas-Titel sprangen daraufhin um 18 Prozent in die Höhe. Im deren Sog verteuerten sich Siemens Energy an der DAX-Spitze um 4,2 Prozent.
Auch Technologietitel standen in der Gunst der Anleger weit oben. Hier kletterte die Infineon-Aktie um 2,2 Prozent in die Höhe. ASML verteuerten sich um 1,9 Prozent.
Jenoptik kletterten nach etwas optimistischeren Jahreszielen um 3,1 Prozent hoch. Als Zulieferer von Halbleiterausrüstern wie ASML hat das Unternehmen im zweiten Quartal überraschend stark vom KI-Boom profitiert. Vor diesem Hintergrund werden Umsatz und operative Marge nun jeweils in der oberen Hälfte der bisherigen Spannen gesehen. Laut dem Jefferies-Analysten Henrik Paganetty haben die Auftragseingänge im zweiten Quartal die Erwartungen um 15 Prozent übertroffen.
Gemieden wurden hingegen Titel von Luxusgüterherstellern. Kering, Hermes, LVMH und Christian Dior büßten zwischen 3,1 und 1,9 Prozent an Kurswert ein.
Douglas verloren 2,9 Prozent. Die Parfümeriekette hat im dritten Geschäftsquartal 2025/26 weiter das Preisbewusstsein der Kunden zu spüren bekommen. Der Umsatz sank in den drei Monaten bis Ende Juni um 2,0 Prozent auf rund 988 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank um fast ein Fünftel auf 127,5 Millionen Euro.
TUI verloren 0,2 Prozent an Höhe. Der Iran-Krieg und seine Folgen treiben die Kunden des Reisekonzerns weiter zum Buchen auf den letzten Drücker. So lag der gebuchte Umsatz für die wichtige Sommersaison zuletzt noch sechs Prozent niedriger als im Vorjahr.
LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON