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In der dritten Woche des Iran-Kriegs stützen sich die Hoffnungen der Anleger darauf, "dass sich der feste Griff des Iran um den globalen Energiemarkt Schritt für Schritt lockern wird", erklärte Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank.
Zum einen wachse weltweit der politische Druck auf US-Präsident Trump, die Straße von Hormuz wieder passierbar zu machen. Zum anderen verlagerten Saudi-Arabien und der Irak ihre Exporte und nutzten Pipelines, um Öl zu sicheren Häfen zu bringen. "Das ist eine große Sache für den Ölmarkt. Wenn dadurch auch nicht die gesamte Ölproduktion dieser Länder exportiert werden kann, wie Stanzl sagte, "verliert die iranische Blockade der Meerenge von Hormuz dadurch ein Stück weit an Bedeutung".
Abgesehen vom Iran-Krieg samt der Ölpreis-Entwicklung rückt an diesem Abend die US-Notenbank Fed in den Blick. Die Leitzinsentscheidung in den USA steht auf dem Programm. Im aktuell stark verunsicherten Umfeld wird die Fed zwar kaum an den Zinsen Veränderungen vornehmen, doch marktbewegend könnten ihre Aussagen sein.
In einer Branchenbetrachtung legten die Banken durchschnittlich am stärksten zu. Hier zogen die Commerzbank-Titel um weitere 3,8 Prozent an. Societe General verteuerten sich um 3,4 Prozent. BNP Paribas legten 2,5 Prozent zu. Bei der UniCredit ging es um 1,7 Prozent hoch. Die Bank Austria-Mutter, die direkt über Aktien und indirekt über Finanzinstrumente knapp 30 Prozent der Commerzbank kontrolliert, hatte am Montag ein freiwilliges Übernahmeangebot für die Commerzbank angekündigt.
Eine Erholungsbewegung gab es bei den Luftfahrt- und Reisewerten zu sehen. Ryanair gewannen 2,4 Prozent an Höhe. Die Lufthansa-Titel legten um 1,3 Prozent zu. TUI gewannen 0,9 Prozent.
Die Kaufempfehlung der Bank of America (BofA) hat den Aktien von Fielmann kräftig Auftrieb gegeben. Die Papiere der Optikerkette kletterten um fast fünf Prozent in die Höhe.
Der Autozulieferer Aumovio kämpft weiter mit einem schwachen Umfeld. Im neuen Jahr dürfte der Erlös erneut sinken. Die Aktie legte nach den jüngsten Verlusten aber 2,7 Prozent zu. Seit dem Jahresauftakt liegen die Titel bereits mehr als zwölf Prozent im Minus.
Die Aktien von Hellofresh sind auf ein Rekordtief abgesackt. Zuletzt brachen die Papiere des Kochboxenanbieters um zwölf Prozent ein. Der Ausblick auf 2026 ist laut Analysten schwach ausgefallen.
Danone büßten 1,8 Prozent auf 71,80 Euro ein. Die kanadische Bank RBC hat die Einstufung für den Lebensmittelkonzern mit einem Kursziel von 78 Euro auf "Sector Perform" belassen. Die Papiere des Unternehmens hätten nicht länger den Nimbus eines Anleihen-ähnlichen Investments, schrieb der zuständige Experte. Das liege an der Abschwächung des Wachstums der Volumina, einhergehend mit dem sich abschwächenden Bevölkerungswachstum.
AMSTERDAM - NIEDERLANDE: FOTO: APA/APA (AFP)/JOHN THYS