Europas Börsen unter Druck - Euro-Stoxx gibt Jahresgewinn ab

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Inflationssorgen wegen steigender Öl- und Gaspreise
 © APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON
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Der Iran-Konflikt hat die europäischen Börsen am Dienstag weiter nach unten gezogen. "Der Fokus der Kapitalmärkte liegt aktuell auf dem Risiko einer Eskalation sowie der sicheren Versorgung mit Energie, insbesondere durch die Straße von Hormuz", fasste Ann-Katrin Petersen, Leiterin Kapitalmarktstrategin beim Vermögensverwalter BlackRock, die Sorgen der Marktteilnehmer zusammen.

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Der Euro-Stoxx-50 fiel um 3,59 Prozent auf 5.771,73 Punkte und verbuchte damit den größten Tagesverlust seit April des Vorjahres. Seit Wochenbeginn summiert sich das Minus auf rund sechs Prozent - der Zuwachs aus den ersten beiden Monaten des Jahres ist damit vollständig aufgezehrt.

In Frankfurt schloss der DAX 3,44 Prozent tiefer bei 23.790,65 Zählern. Etwas moderater fielen die Verluste in London und Zürich aus. Beide Märkte sind von defensiven Schwergewichten geprägt, wobei der Londoner FTSE-100 zusätzlich von vergleichsweise stabilen Ölwerten gestützt wurde. Dennoch verlor der britische Leitindex 2,75 Prozent auf 10.484,13 Punkte, während der Schweizer SMI um 3,10 Prozent auf 13.404,93 Punkte nachgab.

Auch klassische sichere Häfen wie Staatsanleihen und Edelmetalle gerieten unter Druck. Anleger fürchten, dass steigende Ölpreise den Spielraum für Zinssenkungen einengen könnten. Der Preis der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai lag zum europäischen Aktienhandelsschluss rund 14 Prozent höher als vor dem Wochenende. Noch deutlicher fiel der Anstieg beim europäischen Gaspreis aus.

Wie stark die Preise weiter steigen, werde von Dauer und Schwere der Konfliktfolgen abhängen, schrieben die Rohstoffstrategen der Bank RBC. Angesichts Irans Drohnen- und Raketenarsenals sei jedoch mit weiteren Ausfällen entlang der Lieferketten zu rechnen. In einem länger anhaltenden Konfliktszenario könnten den Experten zufolge die Ölpreise in den dreistelligen Bereich steigen, während die Gaspreise mindestens auf das höchste Niveau seit Anfang 2023 klettern dürften.

An den europäischen Aktienbörsen spiegelte die Entwicklung der einzelnen Sektoren diese Bedenken wider. Von intakten Lieferketten abhängige Branchen wie Einzelhandel und Industriegüter sowie die konjunktursensiblen Banken standen unter Druck, während sich die defensiven Nahrungs- und Pharmatitel besser hielten. Allerdings kam es selbst hier zu merklichen Verlusten, ebenso bei Ölwerten, die trotz der weiter gestiegenen Ölpreise schwächelten.

Zu den schwächsten Sektoren zählten die Versicherer. Hier belasteten neben der Gesamtmarktlage die Kursverluste von Zurich. Der Versicherungskonzern hatte mit einer Kapitalerhöhung Milliarden für die Finanzierung der geplanten Übernahme des britischen Spezialversicherers Beazley eingenommen. In einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren platzierte das Unternehmen knapp 7,1 Millionen neue Namensaktien. Die Aktie verlor 6,7 Prozent.

Mit Kühne+Nagel schloss ein weiterer Schweizer Wert nach einer Berg- und Talfahrt leicht im Plus. Sie reagierten damit auf Geschäftszahlen von 2025. Inzwischen könnte der Konzern von der Lage im persischen Golf noch profitieren. "Geschlossene Flughäfen im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten führen dazu, dass kurzfristig alternative Luftfrachtlösungen gefunden werden müssen; in solchen Situationen gewinnen die Dienstleistungen von Kühne+Nagel an Bedeutung und Wert", hieß es in einem Kommentar der ZKB.

In Frankfurt brachen die Aktien von Beiersdorf um mehr als 20 Prozent ein auf ein Tief seit vier Jahren. Der Konsumgüterkonzern rechnet im laufenden Jahr allenfalls mit einem geringen Wachstum. Analysten monierten schwache Prognosen der Hamburger für das erste Quartal und das Gesamtjahr.

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