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Negative US-Vorgaben bremsten die Märkte, anders als in Asien waren aber keine Gewinnmitnahmen zu sehen. Am Berichtstag dürften sich die Anleger mit Blick auf den morgen anstehenden US-Arbeitsmarktbericht zurückhalten. Zudem sorgte Trump mit Aussagen zu Immobilienkäufen und zur Rüstungsindustrie für Verunsicherung unter Investoren.
Einerseits kündigte Trump an, dass große Finanzinvestoren zukünftig keine Einfamilienhäuser mehr kaufen dürfen. Aufgrund der aus seiner Sicht zu langsamen Aufrüstung will Trump zudem Verteidigungs- und Rüstungsunternehmen des Landes bis auf Weiteres Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe verbieten.
Unterstützung gaben hingegen Daten aus der deutschen Industrie. So stiegen die Auftragseingänge für das verarbeitende Gewerbe um deutliche 5,6 Prozent im Vergleich zum Oktober, wobei es bereits in den zwei Monaten zuvor deutliche Zuwächse bei den Neubestellungen gegeben hatte. "Der leichte Aufwärtstrend der vergangenen Monate scheint sich zu bestätigen. Die Talsohle dürfte durchschritten sein", freute sich denn auch Volkswirt Marc Schattenberg von Deutsche Bank Research über die "endlich einmal wieder guten Nachrichten für die Industrie".
Während Rüstungswerte in den USA am Vorabend unter Druck geraten waren, knüpften die Anteilsscheine europäischer Branchenvertreter an ihre Erholungsrally an. Analystin Chloe Lemarie von Jefferies hob hervor, dass Trump 2027 eine 50-prozentige Erhöhung des für 2026 vorgesehenen US-Militärbudgets plane. Sie glaubt, dass davon auch europäische Unternehmen profitieren werden. Dabei erwähnte die Expertin vor allem die Rüstungsunternehmen BAE Systems aus Großbritannien und Leonardo aus Italien, die bedeutende Anteile ihrer Umsätze in den USA generierten.
Rheinmetall, Renk, Leonardo und BAE Systems gehörten mit Aufschlägen zwischen vier und sechs Prozent zu den größten Gewinnern an Europas Börsen.
In London stürzten die Aktien der Primark-Mutter AB Foods nach einer Gewinnwarnung mehr als elf Prozent ab. Tesco verloren nach Zahlen 4,8 Prozent.
Daneben bewegten einige Analystenumstufungen die Kurse. BNP Paribas gewannen nahe der Euro-Stoxx-Spitze 1,7 Prozent. Die Schweizer Großbank UBS hatte die Aktie von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft und zudem in ihre "Top Picks" aufgenommen.