Europas Leitbörsen im Frühhandel mit Abschlägen

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Lufthansa-Aktien sackten wegen Piloten-Streiks ab
 © DPA, Marc Kalpidis, Apa
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An Europas Leitbörsen geht es zu Beginn der Woche wegen der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten wieder nach unten. Am Wochenende waren die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran vorerst gescheitert. Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 fiel am Montag rund 1,5 Stunden nach Handelsstart um 0,98 Prozent auf 5.868,19 Punkte. Der DAX gab ebenfalls um 0,97 Prozent auf 23.572,06 Zähler nach.

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Nach dem vorläufigen Scheitern der Friedensverhandlungen und der daraufhin von US-Präsident Donald Trump angekündigten Seeblockade steigen die Ölpreise wieder in größerem Maße. In der Nacht auf Montag zog der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni wieder über die Marke von 100 US-Dollar an. Dies belastete bereits die Börsen in Asien und hinterlässt auch in Europa seine Spuren.

Zwar rechneten die Anleger fest damit, dass beide Parteien zähneknirschend an den Verhandlungstisch zurückkehren, doch die akute Gefahr bleibe extrem hoch, schrieb Analyst Frank Sohlleder vom Handelshaus ActivTrades. Das absolute Nadelöhr, die blockierte Straße von Hormuz, bleibe unter der Kontrolle Teherans weiterhin fest verschlossen. Und als Vergeltung drohe die US-Administration nun mit eigenen, aggressiven Blockaden. Dieses explosive geopolitische Gemisch berge massive Risiken.

Am DAX-Ende fielen Deutsche Telekom nach einem Analystenkommentar um 2,3 Prozent. Über den Aussichten für das US-Geschäft stünden durchaus Wolken, und das erste Quartal dürfte mehr Fragen als Antworten hinterlassen, schrieb Akhil Dattani von der US-Bank JPMorgan.

Als Schlusslicht im MDAX knickten die Papiere von Nemetschek um knapp sieben Prozent und litten damit unter einer Verkaufsempfehlung der Großbank UBS. Analyst Michael Briest betonte die Risiken langjähriger Verträge des Bausoftware-Spezialisten. Sie seien im ersten Jahr hilfreich, sorgten ab dem zweiten Jahr aber für Gegenwind und gefährdeten den bisher starken Barmittelzufluss. Der Markt dürfte diese Risiken mit den Verdrängungssorgen rund um Künstliche Intelligenz verschmelzen.

Lufthansa sackten um mehr als vier Prozent ab. Am Montag fielen zahlreiche Flüge wegen eines erneuten Piloten-Streiks aus. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat bis Dienstag zu Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa und mehreren Tochtergesellschaften aufgerufen. Zudem leiden die Titel der Fluggesellschaft unter den Entwicklungen im Nahen Osten, die den Ölpreis wieder nach oben treiben. Analyst Alex Irving von Bernstein Research reduzierte in einer Branchenstudie sein Kursziel für die Fluggesellschaft, weil "Kerosinkosten die Gewinne verbrennen".

Beflügelt vom Erdrutschsieg der TISZA-Partei des ungarischen Oppositionsführers Péter Magyar ist der ungarische Aktienmarkt mit einem deutlichen Plus in die neue Börsenwoche gestartet. Der Budapester Leitindex BUX notierte am Vormittag 2,95 Prozent höher bei 136.814 Punkten. Nach Berechnungen von Ungarns Wahlkommission erreichte TISZA eine Zweidrittelmehrheit im neuen Parlament und kommt auf 138 von 199 Mandaten. Damit beendet der künftige Ministerpräsident Magyar die 16-jährige Herrschaft seines autokratischen Vorgängers Viktor Orban. Die Anleger setzen darauf, dass die neue Regierung marktfreundliche Reformen umsetzen wird, um die Freigabe eingefrorener EU-Gelder in Milliardenhöhe zu ermöglichen.

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