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Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 stieg nach dem Rekordhoch vom Vortag um weitere 0,82 Prozent auf 6.413 Punkte. Der deutsche DAX legte 0,78 Prozent auf 25.779 Zähler zu. Der Index war im Frühhandel zeitweise erstmals über 25.800 Punkte gestiegen. Der britische FTSE verbesserte sich um vergleichsweise dünne 0,26 Prozent auf 10.679 Einheiten.
"Der jüngste Rekordkurs ist das Ergebnis zweier Kräfte: der anhaltenden Fantasie rund um Künstliche Intelligenz und einer nachlassenden Zinsangst, die den Bewertungsdruck auf Aktien verringert", erklärte Marktanalyst Timo Emden. Der US-Arbeitsmarktbericht nehme den Zinsängsten zwar kurzfristig den Wind aus den Segeln, dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Unwägbarkeiten aus Geldpolitik und Geopolitik sowie die hohen Erwartungen an den KI-Sektor bestehen blieben, gab der Experte zu bedenken.
Gut gesucht waren wieder einmal die Halbleiterwerte. So lagen Aktien der ASML mit einem Plus von 3,6 Prozent ganz oben im Euro-Stoxx-50. Infineon-Aktien gewannen 1,4 Prozent. Gut nachgefragt waren auch einige Stromversorger wie die spanische Iberdrola (plus 1,3 Prozent) sowie die deutschen Versorger E.ON (plus 4,4 Prozent) und RWE (plus 1,7 Prozent). Die Versorger dürften besonders von der Aussicht auf weiter niedrige US-Zinsen profitiert haben. Schwach zeigten sich hingegen einige Softwarewerte. Aktien von SAP und Teamviewer verloren 1,5 bzw. 0,6 Prozent.
Die Titel des Rüstungsriesen Rheinmetall sanken um 1,9 Prozent, nachdem sie sich in der laufenden Woche bereits um etwa 18 Prozent von ihrem jüngsten Kursverfall erholt hatten. Der Rüstungskonzern prüft derzeit die Auswirkungen des vom deutschen Verteidigungsministerium stornierten Auftrags für die Fregatte F126. Sollten keine Abhilfemaßnahmen zur kurzfristigen Umsatzkompensation identifiziert werden können, könnten die Umsatzauswirkungen laut Rheinmetall im laufenden Jahr bis zu 300 Mio. Euro betragen.
Unter Druck kamen auch Aktien von L'Oreal und verloren 1,4 Prozent. Die Analysten von JPMorgan haben die Aktie zwar mit einem Kursziel von 365 Euro auf "Neutral" belassen, warnen aber vor einem schwächeren zweiten Halbjahr für den Konzern.
Der Nachmittagshandel verlief sehr ruhig und impulsarm. Die US-Börsen blieben wegen des US-Unabhängigkeitstages geschlossen. Zum gebremsten Handelsgeschehen trug auch bei, dass kommende Woche nur wenige wichtige Konjunkturdaten anstehen und die US-Berichtssaison erst übernächste Woche beginnt. "Die Märkte haben erst einmal Zeit durchzuatmen", stellte Robert Greil, leitender Marktstratege bei Merck Finck, daher fest.
FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND