Europas Leitbörsen geben vor Ablauf der Iran-Frist nach

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++ ARCHIVBILD ++ Euro-Stoxx-50 minus 1,05 Prozent
 © DPA, Arne Dedert, Apa
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Europas Aktienmärkte sind am Dienstag mit einem Erholungsversuch gescheitert. Nachdem zunächst Hoffnungen auf Fortschritte in den Verhandlungen im Iran-Konflikt gestützt hatten, verloren die Indizes im Sitzungsverlauf an Terrain. Der Euro-Stoxx-50 gab letztlich um 1,05 Prozent auf 5.633,22 Punkte nach. In Frankfurt schloss der DAX um 1,06 Prozent schwächer bei 22.921,59 Zählern. Außerhalb der Eurozone fiel der FTSE-100 um 0,84 Prozent auf 10.348,79 Einheiten.

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Der Stimmungsumschwung an den Börsen ging einher mit Berichten über US-Angriffe auf die für Irans Erdölindustrie wichtige Insel Kharg sowie neuen Drohungen von US-Präsident Donald Trump, die die Sorgen vor einer Eskalation vor Ablauf seines Ultimatums an den Iran in der Nacht verstärkten. Inzwischen berichteten US-Medien, dass der Iran direkte Kommunikation mit den USA vorerst eingestellt habe. Von iranischer Seite gab es damit keine Anzeichen für ein Einlenken.

Unter den wenigen Gewinnern waren die Medientitel mit Abstand beste Branche. Aktien von Universal Music Group (UMG) trieben mit einem Gewinn von 11,4 Prozent den Sektor. Der US-Investor Bill Ackman will mit seiner Investmentfirma Pershing Square Capital den Musikkonzern für rund 56 Milliarden Euro übernehmen. Pershing bietet insgesamt 30,40 Euro je UMG-Aktie. Dies entspricht einem Aufschlag von rund 78 Prozent auf den letzten Schlusskurs. Die Aktionäre von UMG sollen 9,4 Milliarden Euro in bar erhalten, was 5,05 Euro je Aktie entspricht sowie 0,77 Aktien einer neuen Gesellschaft für jede gehaltene UMG-Aktie.

Tief in der Verlustzone lag dagegen der Technologiesektor. Hier belasteten die Verluste des Schwergewichts ASML, das um 4,1 Prozent nachgab. Analysten verwiesen auf einen Gesetzentwurf aus Washington. Der sogenannte "Match Act" (Multilateral Alignment of Technology Controls on Hardware) ziele auf das US-Exportgeschäft von DUV-Anlagen des niederländischen Herstellers von Lithografie-Systemen nach China, hieß es. Wie JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande schrieb, ist dieser Gesetzesentwurf am Donnerstag von Senatoren beider Parteien eingebracht worden und dürfte sich "negativ auf den Umsatz und Gewinn" von ASML auswirken.

Im Chemiesektor gaben Aktien von Ems-Chemie in Zürich um 1,3 Prozent nach. Die veröffentlichten Umsatzzahlen zum ersten Quartal lagen unter den durchschnittlichen Schätzungen. Positiv wurden hingegen Angaben zur Gewinnentwicklung und die bestätigte Prognose vermerkt.

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