Europas Leitbörsen erneut im Minus - Hoher Ölpreis belastet

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Euro-Stoxx-50 verliert 0,84 Prozent
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Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Donnerstagvormittag erneut mit Abschlägen präsentiert. Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 gab bis etwa 10.15 Uhr um 0,84 Prozent auf 5.746 Zähler ab. Der Frankfurter DAX fiel um 0,50 Prozent auf 23.522 Punkte. Außerhalb der Eurozone ging der FTSE-100 in London um 0,54 Prozent auf 10.297 Punkte zurück.

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Unverändert drückt der hohe Rohölpreis auf die Aktienkurse. Ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent kostete in der Früh zeitweise wieder mehr als 100 Dollar, kehrte zuletzt aber unter diese Marke zurück. Anhaltende Attacken des Irans auf Schiffe und Ölanlagen im Persischen Golf sorgen für Verunsicherung und erhöhte Energiepreise.

Der Krieg im Nahen Osten setzt sich fort, was an den Finanzmärkten laut Helaba-Analysten für ein erschwertes Umfeld sorgt. Je länger die militärische Auseinandersetzung anhält und die Energiepreise ein hohes Niveau aufweisen, desto größer sind die inflationären und konjunkturellen Auswirkungen, formulierten die Helaba-Experten.

In einer Branchenbetrachtung standen die Bankenwerte am stärksten unter Verkaufsdruck. Die Titel der Deutschen Bank verbilligten sich um 2,7 Prozent. BBVA fielen um 2,6 Prozent.

Auch Werte aus Reisesektor wurden erneut gemieden. TUI verloren 2,7 Prozent und Lufthansa büßten 2,5 Prozent an Höhe ein.

Kursbewegend galten auch vorgelegte Geschäftszahlen. Generali gewannen 1,6 Prozent. Die Versicherungsgesellschaft hat das Jahr 2025 mit einem Rekordgewinn von 4,17 Milliarden Euro abgeschlossen. Das entspricht einem Wachstum von 12 Prozent gegenüber 2025. Die italienische Gruppe verzeichnete das beste operative Ergebnis seiner Geschichte mit 8 Milliarden Euro (Plus 9,7 Prozent), getragen von allen Geschäftssegmenten.

Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück will nach seinem Rekordgewinn 2025 eine deutlich höhere Dividende zahlen. Die Ausschüttung soll von 9 auf 12,50 Euro steigen. Analysten hatten im Schnitt 11,92 Euro erwartet. An der Börse kamen die Neuigkeiten gut an. Die Hannover-Rück-Aktie gewann 2,7 Prozent.

Der verstärkte Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) gibt Zalando Rückenwind. Europas größter Online-Modehändler aus Deutschland gab Geschäftszahlen am oberen Ende der angepeilten Spanne bekannt. Daher will das Unternehmen eigene Aktien im Volumen von bis zu 300 Millionen Euro zurückkaufen. Diese würden anschließend eingezogen. Der Konzernumsatz kletterte 2025 um knapp 17 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro, der operative Gewinn um 15,6 Prozent auf 591 Mio. Euro. Die Zalando-Aktie reagierte mit einem satten Aufschlag von fast acht Prozent.

BMW bremsten um 1,4 Prozent. Der Autobauer hat 2025 erneut den schwachen Markt in China zu spüren bekommen und setzt sich für 2026 verhaltene Ziele. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel um 11,5 Prozent auf 10,19 Milliarden Euro. In der wichtigen Autosparte lag die operative Ergebnismarge (EBIT) bei 5,3 Prozent, ein Rückgang um einen Prozentpunkt. Im vierten Quartal schnitten die Bayern hier etwas schwächer ab als von Experten erwartet.

Der Ergebnisrückgang beim Energiekonzern RWE ist im vergangenen Jahr weniger stark ausgefallen als befürchtet. Überraschend gut lief der Handel mit Energie, auch die unerwartet guten Geschäfte mit der Stromerzeugung durch Wind auf See schoben den Konzern an. Für die kommenden Jahre stellt RWE seinen Aktionären mehr Dividende in Aussicht und steckt sich selbst höhere Ziele. Die RWE-Titel zogen 2,5 Prozent hoch.

AMSTERDAM - NIEDERLANDE: FOTO: APA/APA (AFP)/JOHN THYS

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