Europas Leitbörsen drehen zu Mittag ins Plus

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Am Vormittag waren Europas Börsen noch tiefrot
 © Arne Dedert, dpa, APA
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Europas Aktienmärkte haben am Montag die deutlichen Anfangsverluste gegen Mittag in starke Gewinne verwandelt. Die Schwankungen waren Ausdruck des Hoffens und Bangens mit der Lage im Nahen Osten, nachdem US-Präsident Donald Trump dem Iran am Wochenende mit einem Angriff auf Energieanlagen gedroht hatte. Entlastung brachte zur Mittagszeit, dass Trump solche Angriffe für fünf Tage aussetzte mit dem Hinweis, es gebe "produktive Gespräche mit dem Iran".

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Der Euro-Stoxx-50 drehte nach dieser Nachricht schlagartig mit 2,5 Prozent ins Plus auf 5.635 Punkte. Die Angst davor, dass der Iran zur Vergeltung weitere Öl- und Gasinfrastrukturen in der Golfregion angreift und die für den Öl- und Gastransport wichtige Straße von Hormuz vollständig schließt, hatte den Leitindex der Eurozone am Vormittag noch mit bis zu 2,2 Prozent ins Minus gedrückt. Bei 5.376 Zählern hatte er den niedrigsten Stand seit September erreicht.

In Frankfurt notierte der DAX um 2,61 Prozent fester bei 22.964 Zählern. Er war am Vormittag um 2,3 Prozent auf 21.863 Punkte gerutscht - ein Rekordtief seit April 2025. Den Schwankungen folgten am Montag auch die wichtigsten Börsen außerhalb der Eurozone. Der Schweizer SMI drehte mit 1,2 Prozent ins Plus auf 12.472 Zähler, während es der britische FTSE-100 nur moderat mit 0,3 Prozent ins Plus schaffte auf 9.952 Zähler.

Experten der UBS hatten die Anleger in der Früh bereits in einem Dilemma gesehen wegen der angespannten Lage an den Energiemärkten. Mark Haefele vom Chief Investment Office der Schweizer Großbank UBS erwähnte dabei bereits die Chance auf eine rasche Erholung, sollte es erleichternde Anzeichen in dem Konflikt geben.

Die Verluste zogen sich am Montag bis zu Mittag quer durch alle Branchen, doch dann verwandelte sich das Bild nach Trumps Aussagen komplett. Viele zuletzt deutlich gesunkene Teilindizes drehten schlagartig ins Plus, das im Technologiesektor zuletzt mit 3,5 Prozent am größten war.

Verhalten entwickelten sich bis zuletzt die Aktien von Danone nach der Nachricht, dass der Milchproduktekonzern den Proteinprodukt-Hersteller Huel übernehmen will. Der Danone-Kurs lag zuvor relativ milde im Minus und drehte zuletzt auch nur relativ moderat mit 0,2 Prozent ins Plus.

Besonders groß waren am Vormittag lange Zeit die Kursverluste in zyklischen Branchen. Zuletzt verblieb aber nur der Sektor Öl & Gas im Minus. Der Branchenindex geriet ob der plötzlich zurückgehenden Preise für Öl und Gas und seiner relativen Stärke vergangener Tage zuletzt mit mehr als zwei Prozent unter Druck.

Auf Seiten der Einzelwerte waren die Titel von Telecom Italia (TIM) mit einem Anstieg um fünf Prozent positiv auffällig, weil das mehrheitlich in Staatshand liegende Post- und Finanzunternehmen Poste Italiane mit einem fast elf Milliarden Euro umfassenden Gebot die vollständige Kontrolle übernehmen will. Dieses lastete umso schwerer auf den Aktien des Bieters, die um sechs Prozent absackten.

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