Europas Leitbörsen am Vormittag uneinheitlich

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 © Helmut Fricke, dpa, APA
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Europas Leitbörsen sind uneinheitlich in den elften Handelstag seit Kriegsausbruch im Iran gestartet. Der Euro-Stoxx-50 stand rund eine Stunde nach Sitzungsauftakt 0,3 Prozent tiefer auf 5.700 Punkten. In Frankfurt gab der DAX um 0,03 Prozent auf 23.440 Zähler nach. Außerhalb der Eurozone stieg der FTSE-100 hingegen um 0,1 Prozent auf 10.267 Einheiten.

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Anders als an den vorangegangenen zwei Montagen erwarteten die Anleger nach dem Wochenende keine neuen Hiobsbotschaften. Vor einer Woche war der Energiemarkt in regelrechte Panik geraten. Der Ölpreis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent war mit fast 120 Dollar noch auf den höchsten Stand seit 2022 geschossen. Dies hatte den DAX auf sein bisheriges Tief seit Kriegsausbruch bei 22.927 Punkten zurückgeworfen.

Aktuell kostet Brent rund 105 Dollar je Barrel und damit nur moderat mehr als vor dem Wochenende. Für den Aktienmarkt sind die Öl- und Gaspreise als Gradmesser für Konjunktur- und Inflationssorgen weiter das Zünglein an der Waage. Besonders im Fokus stehen alle Nachrichten über den wichtigsten Versorgungsweg, die Straße von Hormuz. Die Versorgung mit Öl durch dieses Nadelöhr ist durch den Krieg aktuell stark beeinträchtigt. Der Anlagestratege Mislav Matejka von der US-Bank JPMorgan glaubt nicht, dass die Notenbanken der geopolitisch getriebenen Ölpreis-Inflation mit Zinserhöhungen gegensteuern, wie sie zuletzt am Markt eingepreist worden seien.

Bei den Einzelwerten stand nach dem freiwilligen Übernahmeangebot von Unicredit die Commerzbank im Rampenlicht. Die Titel des Frankfurter Geldhauses kletterten um bis zu 4,6 Prozent, nachdem die italienische Großbank 0,485 neue UniCredit-Papiere für jede Commerzbank-Aktie geboten hat. "Das Angebot zielt darauf ab, die im deutschen Übernahmerecht vorgesehene 30-Prozent-Hürde zu überwinden und in den kommenden Wochen einen konstruktiven Dialog mit der Commerzbank und ihren Stakeholdern zu fördern", teilte das Mailänder Geldhaus mit. Unicredit verloren hingegen knapp über zwei Prozent.

Die Aktien von Rüstungsunternehmen schlagen sich in der höchst angespannten geopolitischen Lage weiter recht gut. Die Papiere des Radarspezialisten Hensoldt liegen seit dem Kriegsausbruch im Iran vor zwei Wochen sogar mit fast 11 Prozent im Plus, während der MDAX in den elf Handelstagen um fast 9 Prozent absackte. Die Experten von Kepler Cheuvreux gaben am Montag ihre negative Einstufung für Hensoldt auf und votieren beim auf 81 Euro erhöhten Kursziel nun mit "Hold". Relativ gesehen liege die Bewertung nach einem Jahr der Underperformance nun wieder auf Höhe der Branche, hieß es. Der Krieg in Nahost habe die Nachfrage nach Luftverteidigung angeheizt. Die Experten setzen 2027 auf eine Wachstumsbeschleunigung.

Eine Kaufempfehlung der UBS befeuerte die zuletzt ins Stocken geratene Erholung der Aktien von Bayer. Die Papiere der Leverkusener kletterten auf der Handelsplattform Tradegate um 3,3 Prozent über ihren Xetra-Schluss vom Freitag auf 39,91 Euro. An der Hürde von 40 Euro hatten sie sich zuletzt festgelaufen.

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