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Die Anleger bleiben vor dem Wochenende wegen möglicher weiterer Ereignisse im Nahen Osten lieber vorsichtig, was auch mit dem anhaltend hohen Ölpreis in Zusammenhang steht. Auch in Asien waren die Vorzeichen zu Wochenschluss negativ.
Richtungsweisend bleibt die Entwicklung der Öl- und Gaspreise, die entscheidend sind für Konjunktur- und Inflationssorgen. Seit Donnerstag pendelt der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent auf hohem Niveau um die 100 US-Dollar-Marke, während der Iran trotz massiver Angriffe der USA und Israels mit weiteren Angriffen auf die Öl- und Gas-Infrastruktur der Golfregion droht. Von Seiten der USA gab es ebenso wenig Anzeichen der Deeskalation, stattdessen verschärfte US-Präsident Donald Trump seinen Ton weiter.
In den USA steht inzwischen die Veröffentlichung des PCE-Deflators für Jänner, also des von der US-Notenbank bevorzugten Inflationsmaßes, an. Ebenfalls am Programm steht das Michigan Sentiment. "Die Umfrage dürfte teilweise in der ersten Kriegswoche durchgeführt worden sein", erklären die Ökonomen der Helaba, die daher einen Rückgang des Barometers erwarten. Davor gibt es noch Daten zur Industrieproduktion in der Eurozone. Konjunkturdaten gerieten zuletzt an den Finanzmärkten aber eher in den Hintergrund, zumal sie wegen der jüngsten Entwicklungen ohnehin als überholt gelten könnten.
Mit Blick auf das Branchentableau verzeichneten am Vormittag nur Öltitel sowie defensive Versorger und Gesundheitswerte geringe Gewinne. Klare Verluste gab es hingegen in Bau-, Rohstoff- und Bankaktien.
In Amsterdam zogen BE Semiconductor um gut zehn Prozent an. Der Halbleiterausrüster hatte laut der Nachrichtenagentur Reuters Übernahmeinteresse geweckt.