Europas Leitbörsen am Vormittag mit Verlusten

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Spielverderber Ölpreis
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Die neu aufgeflammten KI-Bedenken und der hohe Ölpreis drücken weiter auf Europas Börsen. Für den Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 ging es am Dienstagvormittag 0,79 Prozent abwärts auf 6.210,64 Punkte. Der Frankfurter DAX verlor bisher 0,85 Prozent auf 25.224,96 Einheiten. Nicht viel besser schaut es außerhalb der Eurozone aus. Der Londoner FTSE 100 büßte 0,74 Prozent auf 10.617,94 Zähler ein.

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Der Ölpreis bleibt weiter auf hohen Niveau. "Nach dem Vorrücken der Huthis im Jemen wird gar das Niveau von 110 US-Dollar pro Barrel ins Visier genommen", schrieb der Commerzbank-Devisenexperte Michael Pfister. Dies lenkt die Aufmerksamkeit noch stärker auf die am Mittwoch erwartete Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed, bei der Anleger mit einer geldpolitischen Straffung rechnen.

"Der Ölpreis bleibt hartnäckig hoch", kommentierte Jürgen Molnar, Stratege beim Broker RoboMarkets. Der Preis für Brent-Rohöl zog um zwei Prozent auf fast 108 Dollar je Fass an. "Gleichzeitig hat die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen die Marke von fünf Prozent erreicht. Das ist Gift für Aktien."

Nach dem Ausverkauf wegen wachsender Befürchtungen, dass sich das Tempo der Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz verlangsamen könnte, blieb eine Erholung der KI- und Halbleiterwerte in Asien mehr oder weniger aus. Das Vertrauen in die Technologie und ihre Potenziale bleibt also angeschlagen.

Im Fokus steht auf Unternehmensebene am Berichtstag Bayer. Im US-Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Roundup hatte sich das zuständige Gericht im Bundesstaat Missouri am Montag mit dem vorgeschlagenen Sammelvergleich von Bayer befasst. Die Bayer-Tochter Monsanto forderte dabei den Richter auf, den vorgeschlagenen Vergleich in Höhe von 7,25 Milliarden Dollar zu genehmigen. Bayer verloren bisher im DAX 0,6 Prozent. Schlusslicht im DAX war die Deutsche Bank mit einem Kursverlust von 3,1 Prozent.

Die Privatbank Berenberg hat das Kursziel für Astrazeneca von 16.000 auf 15.000 Pence gesenkt, aber die Einstufung auf "Buy" belassen. Analystin Luisa Hector lobte die disziplinierte, breit aufgestellte Forschung der Briten. Die Papiere des Pharmakonzerns gaben heute in London 0,49 Prozent auf 12.094 Pence nach.

Der französische Versicherer Axa will seinen Gewinn in den kommenden Jahren stärker nach oben treiben als zuletzt geplant. Dazu setzt Konzernchef Thomas Buberl auch auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und will die Verwaltungskosten damit deutlich senken. Höhere Gewinne, Dividenden und Aktienrückkäufe sind dem Management wichtiger als mögliche Übernahmen. Anleger an der Börse zeigten sich von den Neuigkeiten jedoch wenig beeindruckt. Axa verloren bisher 1,1 Prozent.

Aktien von LVMH haben stärker nachgegeben und damit ihre Schwächephase fortgesetzt. Zuletzt verlor der Wert 2,3 Prozent. Die Aktie befindet sich damit weiter unter Druck. Lag sie zu Jahresbeginn noch bei über 640 Euro, notiert sie nun knapp über 400 Euro. Sie fiel damit auch aus der Liga der zehn wertvollsten europäischen Unternehmen.

Marktteilnehmer verwiesen auf die anhaltende Schwäche des Luxusgütersektors. Konjunkturdaten des wichtigen chinesischen Marktes waren enttäuschend ausgefallen. Die Einzelhandelsumsätze waren im August unter den Erwartungen geblieben und zeugten damit von dem schleppenden Konsum.

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