Europas Börsen wenig verändert - Euro-Stoxx-50 minus 0,2%

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
4 min
Ruhiger Wochenauftakt vor wichtigen Ereignissen in der laufenden Woche
 © APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND
©APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Die wichtigsten europäischen Börsen haben sich am Montag nach einem impulsarmen Handel und vor wichtigen Ereignissen im Laufe der Woche wenig verändert aus dem Handel verabschiedet. Der Euro-Stoxx-50 schloss mit einem Minus von 0,22 Prozent bei 6.448 Punkten. Der deutsche DAX gab dünne 0,11 Prozent auf 26.107 Zähler ab. Der britische FTSE legte hingegen leicht um 0,35 Prozent auf 10.854 Punkte zu.

von

Börsenrelevante Konjunkturdaten standen zum Wochenauftakt nicht auf der Agenda. Auch Unternehmensnachrichten gab es nur wenige. Viele Marktteilnehmer dürften derzeit weitere Entwicklungen im Nahostkonflikt, die am Mittwoch anstehenden Nvidia-Ergebnisse und das Notenbankertreffen in Jackson Hole abwarten.

"Die größte Unbekannte sind in dieser Woche ohne Zweifel die Quartalszahlen und der Ausblick des KI-Highflyers Nvidia mit den darin enthaltenen Hinweisen auf die Entwicklung bei den Rechenzentren", sagte Marktexperte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.

Unter Druck kamen am Montag die Aktien von Volkswagen (VW) und büßten 1,7 Prozent ein. Gleich neun außerordentliche Betriebsversammlungen stehen bei dem Autohersteller in den kommenden Tagen auf dem Programm. Es geht dabei um die Zukunft des Konzerns und der VW-Standorte. Die VW-Führung will die Kosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Belegschaft, Gewerkschaften und Politik bangen um Zehntausende Arbeitsplätze und die Standorte Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm.

VW-Konzernchef Oliver Blume schwörte die Belegschaft zuletzt auf tiefgreifende Einschnitte ein und forderte angesichts einer globalen Branchenkrise Zusammenhalt. "Auf die nächsten Wochen kommt es an: Alle müssen mitziehen", sagte er der "Bild am Sonntag". "Wir haben den größten Transformationsplan in der Geschichte des Volkswagen-Konzerns aufgesetzt."

Abgaben gab es auch in den zuletzt gut gelaufenen Ölwerten. Aktien der Ölkonzerne TotalEnergies und Eni gaben 1,9 bzw. 2,5 Prozent nach. Repsol-Titel rutschten 3,2 Prozent tiefer. Die Rohölpreise waren nach ihren jüngsten Anstiegen zuletzt wieder etwas zurück gekommen.

Tiefer zeigten sich auch die Technologietitel. Infineon-Aktie büßten 3,2 Prozent ein. STMicroelectronis verloren zwei Prozent an Kurswert.

Stark gesucht waren zum Wochenstart die Aktien deutscher Chemiekonzerne. BASF legten nach einer Kurszielerhöhung 1,5 Prozent auf 52,43 Euro zu. Die Analysten der Santander haben ihr Kursziel für die Aktie auf 56 Euro erhöht. Noch größere Gewinne von bis zu 2,3 Prozent verbuchten die Titel der Branchenkollegen Evonik und Brenntag. Positiv auf die Chemiewerte könnte auch wirken, dass nach intensivem Regen am Rhein zuletzt wieder steigende Pegelstände gemessen wurden. Der deutsche Fluss ist für die deutsche Chemiebranche ein zentraler Transportweg, die Branche hatte daher besonders unter der jüngsten Dürre und niedrigen Wasserständen gelitten.

Aufmerksam verfolgt wird an den Börsen weiter der Nahostkonflikt. Der Iran warnte die USA zuletzt vor schweren Konsequenzen ihres angekündigten Wirtschaftskriegs. Am Abend will US-Finanzminister Scott Bessent in einer Pressekonferenz erklären, welche wirtschaftlichen Sanktionen die USA gegen den Iran nutzen wollen, um die Regierung in Teheran zurück an den Verhandlungstisch zu bekommen.

Die nächste relevante Konjunkturdatenveröffentlichung ist der am Dienstag anstehende ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland. Wichtige Impulse werden auch von dem Mittwoch anstehenden Quartalsergebnissen des Chipriesen Nvidia erwartet. Die Zahlen des gemessen an der Marktkapitalisierung wertvollsten Unternehmens der Welt gelten als wichtiger Indikator für die Entwicklung der gesamten KI- und Halbleiterbranche.

Mit Spannung erwartet wird an den Märkten schließlich auch das Notenbankertreffen in Jackson Hole, das am Donnerstag startet. Vor allem von der Rede von US-Notenbankchef Kevin Warsh erhoffen sich Marktteilnehmer Hinweise auf die nächsten Zinsentscheidungen der Notenbank. Notenbankchefs haben das Symposium in der Vergangenheit schon öfter als Forum genützt um die Märkte auf kommende geldpolitische Entscheidungen einzustimmen.

FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND

Über die Autoren

Logo
trend. Newsletter

Die wichtigsten Wirtschaftsthemen des Tages