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In London legte der FTSE-100 nach Inflationszahlen um knappe 0,08 Prozent auf 10.507 Punkte zu. In Großbritannien hat sich die Inflation im März wie erwartet verstärkt. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich um 3,3 Prozent. Die Inflation entfernte sich damit von der Zielmarke der britischen Notenbank, die eine Teuerung von zwei Prozent anstrebt.
US-Präsident Donald Trump hat die Waffenruhe mit dem Iran überraschend in letzter Minute einseitig für verlängert erklärt und unterstützte damit etwas die Stimmung der Anleger. Auf Bitten Pakistans werde er von Angriffen absehen, bis die Führung im Iran einen "geeinten Vorschlag" zur Beilegung des Krieges unterbreite, hieß es aus Washington. Die US-Seeblockade iranischer Häfen werde jedoch fortgesetzt.
"Der Nahost-Konflikt ist noch nicht gelöst und es gibt keine Meldungen über eine neue Verhandlungsrunde", konstatierte die Helaba. Somit fehle noch die Grundlage für weitere und deutliche Kursanstiege.
Eine Branchenbetrachtung präsentierte den Reise- und Unterhaltungssektor am schwächsten. Hier rutschte die TUI-Aktie um zwei Prozent tiefer. Die anhaltenden Auseinandersetzungen am Persischen Golf überschatten die weiteren Aussichten beim Reiseveranstalter. Der Iran-Krieg führe zu einer erhöhten Zurückhaltung der Kunden, teilte der Touristikkonzern mit. Das Management rudert deshalb in seinen Prognosen für das noch bis Ende September laufende Geschäftsjahr zurück. Gerechnet wird nun mit einem operativen Ergebnis in der Bandbreite von 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro. Zuvor hatte der Konzern noch ein Plus von 7 bis 10 Prozent im Vergleich zu den 1,41 Milliarden aus dem Vorjahr in Aussicht gestellt. Die Umsatzprognose setzte TUI aus, "bis sich die Rahmenbedingungen stabilisieren".
Aktien von ABB legten im frühen Geschäft hingegen kräftig um vier Prozent auf neue Rekordniveaus zu. Die vorgelegten Quartalszahlen des Energie- und Automatisierungstechnikkonzerns waren deutlich besser aus als erwartet ausgefallen. Die Stärke des Auftragseingangs war laut Analysten der zentrale Kurstreiber. Auch die erhöhte Prognose sorgte für Zuversicht. Andere Aktien aus dem Segment wie Siemens und Schneider Electric verzeichneten daraufhin ebenfalls klare Gewinne von 1,5 bzw. 1,9 Prozent.
Danone-Anteilsscheine kletterten 3,2 Prozent hoch. Der Lebensmittelkonzern hat zum Jahresstart den Rückruf von Babymilch und die negativen Folgen des Iran-Kriegs gut weggesteckt. Der Umsatz sank zwar belastet durch einen starken Euro um zwei Prozent auf gut 6,7 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis ergab sich aber dank gestiegener Verkaufsmengen und höherer Preise ein Plus von 2,7 Prozent. Analysten hatten mit etwas weniger Zuwachs gerechnet.
Aktien von Akzo Nobel reagierten mit einem satten Anstieg von 5,4 Prozent auf die Zahlen zum ersten Quartal. Die Analysten von JPMorgan sprachen von einem besser als erwarteten Zahlenwerk des Farbenherstellers zum ersten Quartal. Zudem sei der Ausblick auf das zweite Quartal und das Gesamtjahr nicht so schwach wie befürchtet gewesen. Die Übernahme von Axalta verlaufe zudem planmäßig, merkten die Analysten von Jefferies an.
Papiere von Reckitt gaben nach Ergebnisvorlage um fünf Prozent nach. Der Konsumgüterkonzern im Bereich Hygiene und Gesundheit meldete für das erste Quartal aufgrund einer schwachen Erkältungs-und Grippesaison in den USA sowie Lieferengpässen im Nahen Osten einen geringeren Umsatz als erwartet.
AMSTERDAM - NIEDERLANDE: FOTO: APA/APA (AFP)/JOHN THYS