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Der Euro-Stoxx-50 gab bis etwa 10.30 Uhr 0,14 Prozent auf 5.986 Punkte ab. In Frankfurt fiel der DAX 0,27 Prozent auf 24.826 Zähler. Der Londoner FTSE-100 reduzierte sich um 0,30 Prozent auf 10.177 Einheiten.
Die US-Notenbank wird am Abend den Leitzins aus Sicht von Experten nicht weiter senken. Im Dezember hatte sie den Zins noch um 0,25 Prozentpunkte reduziert, im vergangenen Jahr um insgesamt 0,75 Punkte. Begründet wurden die Senkungen auch mit einem sich abschwächenden Arbeitsmarkt.
Im Blick der Finanzmärkte steht aber vor allem der Kampf um die Unabhängigkeit der Fed im Zuge des anstehenden Führungswechsels. US-Präsident Donald Trump übt seit Monaten starken Druck auf Fed-Chef Jerome Powell aus. Zuletzt eskalierte der Konflikt mit der Einleitung rechtlicher Maßnahmen gegen Powell, dessen Amtszeit im Mai ausläuft. Die heftigen Attacken Trumps und seine geforderten Leitzinssenkungen sorgten für Verunsicherung an den Finanzmärkten. "Der Fed kommt die schon länger absehbare Pause bei den Zinssenkungen daher wohl gelegen, da sie mit ihr ihre Unabhängigkeit demonstrieren kann", kommentierte Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner.
Der europäische Technologiesektor zeigte sich nach starken Ergebnissen von ASML am deutlichsten im Plus. Zahlen und Ausblick des Halbleiterausrüsters ASML haben den Wert auf ein neues Hoch getrieben. Zuletzt gewann die Aktie 4,5 Prozent. Sie setzte damit den Rekordlauf seit Jahresbeginn fort. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs verdoppelt.
Analyst Matt Britzmann von der Investmentplattform Hargreaves Lansdown hob den starken Auftragseingang hervor. Hier habe der niederländische Halbleiterausrüster die Erwartungen um 89 Prozent übertroffen. Das sei nochmals deutlich mehr als bei Wettbewerbern gewesen. Damit stünden die mittelfristigen Vorzeichen gut. Der Markt befinde sich in einem mehrjährigen Investitionszyklus, der durch wachsende Nachfrage aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz und durch die notwendige Erneuerung von PCs sowie mobilen Geräten getragen werde.
Die Infineon-Papiere steigerten sich in der Branche sogar um mehr als fünf Prozent. Bei STMicroelectronics gab es einen Zuwachs von 3,3 Prozent zu sehen.
Am deutlichsten in die Verlustzone ging es hingegen für Luxuswerte. Hier belasteten vor allem die Nachrichten von LMVH. Die weltweiten Handelskonflikte und eine damit einhergehende schwache Konsumlaune haben den Luxusgüterkonzern LVMH im vergangenen Geschäftsjahr weniger Umsatz und Gewinn eingebrockt. So sank vor allem in Europa die Nachfrage im zweiten Halbjahr. Dazu belasteten die Handelskonflikte die Konsumlaune vor allem im Wein- und Spirituosengeschäft in Kernmärkten wie China und den USA. Speziell Cognac lassen Verbraucher in den Regalen stehen. An der Börse kam dies schlecht an. Am Mittwochvormittag gab die Aktie um mehr als sieben Prozent nach.
Im Sog büßten Christian Dior 6,6 Prozent ein. Kerin-Titel schwächten sich um 4,5 Prozent ab.
LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON