Europas Börsen verlieren am Freitag weiter

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Ängste vor Energiekries als Folge des Iran-Konflikts
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Die europäischen Börsen haben am Freitag weiter nachgegeben. Belastet wurden die Märkte von Ängsten vor den Folgen des Iran-Konflikts, dazu kam am Nachmittag dann noch ein schwach ausgefallener US-Arbeitsmarktbericht. Der Euro-Stoxx-50 beendete den Tag mit einem Minus von 1,09 Prozent und 5.719,90 Punkten. Der deutsche DAX fiel um 0,94 Prozent auf 23.591,03 Zähler. Der britische FTSE verlor 1,24 Prozent auf 10.284,75 Punkte.

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"Die Investoren haben nach enttäuschenden Arbeitsmarktdaten aus den USA und vor einem potenziell ereignisreichen Wochenende kalte Füße bekommen und sich aus Aktien weiter zurückgezogen", sagte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. Die Situation im Nahen Osten verbessere sich nicht und es sehe derzeit nicht nach einem schnellen Ende des Krieges der USA und Israels gegen den Iran aus. Mittlerweile forderte US-Präsident Donald Trump eine "bedingungslose Kapitulation" des Iran.

An den Märkten wird vor allem befürchtet, dass der Iran-Krieg zu einer Energiekrise führt. Je länger der Krieg dauert, umso größer werden die wirtschaftlichen Auswirkungen sein, schreiben die Experten der Helaba-Bank am Freitag. Die derzeitige Tendenz an den Finanzmärkten könnte sich demnach noch beschleunigen.

Dabei bestehe das größte wirtschaftliche Risiko aktuell in der faktischen Unpassierbarkeit der Straße von Hormuz, was sowohl die Preise für Flüssiggas als auch für Brent-Öl auf Höchststände getrieben hat. Der Preis der wichtigen Nordseeölsorte Brent hat seinen zum Beginn des Iran-Konflikts gestarteten Höhenflug am Freitag fortgesetzt und stieg erstmals seit April 2024 über die Marke von 90 Dollar.

Der am Nachmittag veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht für Februar trat angesichts des Iran-Kriegs etwas in den Hintergrund, untermauerte aber die negative Börsenstimmung. Die US-Arbeitslosenquote legte um 0,1 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent zu, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt eine unveränderte Quote von 4,3 Prozent erwartet. Unterm Strich gingen 92.000 Jobs außerhalb der Landwirtschaft verloren. Von Reuters befragte Volkswirte hatten einen Stellenaufbau in Höhe von 59.000 erwartet.

Gut gesucht waren vor dem Hintergrund des Iran-Konflikts Aktien aus der Rüstungs- und aus der Ölbranche. Tagesgewinner im Euro-Stoxx-50 und im DAX waren die Titel des Rüstungskonzerns Rheinmetall mit einem Plus von 2,9 Prozent. Zu den größeren Gewinnern zählten auch die Aktien der Energiekonzerne ENI und TotalEnergies mit Gewinnen zwischen 1 und 2 Prozent.

Nach unten ging es dagegen mit den Pharmatiteln. Hier belasteten die Verluste der Roche-Aktie von 2,9 Prozent. Am Vorabend hatten der Pharmakonzern und Partner Zealand Pharma ernüchternde Daten aus einer Phase-II-Studie mit dem Prüfwirkstoff Petrelintide zur Behandlung von Übergewicht gemeldet. Vor allem die Angaben zur möglichen Gewichtsabnahme werteten Analysten als leichte Enttäuschung.

FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND

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