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Der Euro-Stoxx-50 gewann vor dem Wochenende 0,48 Prozent auf 6.302,82 Punkte. In Frankfurt schloss der DAX um 0,56 Prozent fester bei 25.408,64 Zählern. Außerhalb der Eurozone verbesserte sich der britische FTSE-100 um knappe 0,14 Prozent auf 10.695,25 Einheiten.
Beflügelt von den tieferen Ölpreisen legte die Branche mit den Reisekonzernen am deutlichsten zu. Tui zogen 2,8 Prozent hoch und Ryanair gewannen 2,3 Prozent an Höhe. Bei der AUA-Mutter Lufthansa gab es ein Plus von 0,8 Prozent zu verbuchen.
Unter den stärksten Sektoren waren auch Banken- und Finanzwerte. Hier gab es Spekulationen zur UBS, deren Aktie um 3,5 Prozent kletterte. Die Nachrichten-Website Semafor hatte von Überlegungen des Schweizer Instituts berichtet, sich mit einer ausländischen Bank zusammenzutun. Dieser Schritt könnte in Reaktion auf striktere Eigenkapitalanforderungen in der Schweiz erfolgen.
Verluste erlitten dagegen die Ölwerte, die damit auf die jüngsten Nachrichten reagierten. Der Iran hat den USA nach Medienberichten einen neuen Vorschlag zur Wiederaufnahme der Verhandlungen über ein mögliches Ende des Krieges vorgelegt. "Kommen die USA und Iran bei den Gesprächen über eine Öffnung der Meerenge voran, hätte der Ölpreis Raum für eine Korrektur", so Tim Konsky, Chef der Wertpapierfirma Mitrade. An den Verlusten änderte auch der Umstand nichts, dass die Investmentbank HSBC die Aktien von BP zum Kaufen empfohlen hatte.
Zu den Verlierern gehörten auch EssilorLuxottica. Goldman Sachs hatte das Kursziel von 200 auf 165 Euro gesenkt. Auch Bernstein hatte das Ziel zurückgenommen. Mit 185 Euro nach 200 Euro fiel die Senkung allerdings weniger stark aus. Die Aktie des Augenoptikkonzerns verlor 0,6 Prozent auf 143,90 Euro.
Unter den Einzelwerten in Frankfurt richtete sich der Fokus auf Evonik und Hellofresh mit zwischenzeitlich zweistelligen Kursbewegungen. So schossen Evonik um bis zu 11 Prozent nach oben, nachdem die "Financial Times" über ein Kaufinteresse von BASF berichtet hatte. Die Ludwigshafener wollten mit einer Übernahme von Evonik ihren globalen Fußabdruck und ihr Portfolio vertiefen, um im schwierigen Branchenumfeld besser zu bestehen, meldete die Zeitung unter Berufung auf informierte Kreise. BASF, Evonik und die RAG-Stiftung wollten dem Blatt zufolge keine Stellung beziehen. BASF-Aktien verloren 3,6 Prozent und Evonik schlossen mit plus 7,2 Prozent.
Hellofresh kommt nicht aus der Krise. Nach einem erwarteten kräftigen Umsatzrückgang und enttäuschender Entwicklung des operativen Gewinns im dritten Quartal senkte das Unternehmen die Prognosen für das laufende Jahr. Die Aktien sackten um 15 Prozent auf ein weiteres Rekordtief und waren auch zum Sitzungsende mit einem Minus von fast zehn Prozent das klare Schlusslicht im Nebenwerteindex SDax.
FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND