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"Die Hoffnungen der Anleger stützen sich darauf, dass sich der feste Griff des Iran um den globalen Energiemarkt Schritt für Schritt lockern wird", so Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. "Weltweit wächst der politische Druck auf US-Präsident Trump, die Straße von Hormuz wieder passierbar zu machen." Zugleich verlagerten Saudi-Arabien und der Irak ihre Exporte. Auch wenn dadurch nicht die gesamte Ölproduktion dieser Länder exportiert werden könne, verliere die iranische Blockade der Meerenge von Hormuz ein Stück weit an Bedeutung.
Davon profitierten besonders die Börsen Japans und Südkoreas. Beide Länder sind auf Ölimporte angewiesen. Der japanische Leitindex Nikkei 225 stieg um 2,9 Prozent auf 55.239,40 Punkte. Neue Wirtschaftsdaten waren besser als gedacht ausgefallen. Japans Exporte waren im Februar wegen des Neujahrsfestes in China und der Folgen der US-Zollpolitik zwar nicht mehr so stark gestiegen wie noch zum Jahresauftakt. Mit dem am Mittwoch vom Finanzministerium veröffentlichten Plus von 4,2 Prozent auf knapp 9,6 Billionen Yen (rund 52 Mrd Euro) hatte das Exportwachstum dennoch die Erwartungen der Experten übertroffen. Im Jänner war der Wert der Ausfuhren wegen der hohen Chipnachfrage infolge des KI-Booms um fast 17 Prozent gestiegen.
Der südkoreanische Markt profitierte zudem von regulatorischen Maßnahmen zur Verbesserung von Aktionärsrechten. Außerdem hatte Samsung einen positiven Ausblick auf die Nachfrage im Bereich der Künstlichen Intelligenz abgegeben. Die Aktie des Schwergewichts legte darauf deutlich zu. Auch SK Hynix profitierten davon, was den Kospi um fünf Prozent steigen ließ.
Nicht ganz so stürmisch verlief die Erholung an den anderen Börsen. Der australischen S&P ASX 200 schloss 0,31 Prozent fester mit 8.640,64 Punkten. In China ging es ebenfalls leicht nach oben. Der Hang-Seng-Index der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong kletterte um 0,61 Prozent. Der CSI-300-Index mit den wichtigsten Werten der chinesischen Festlandbörsen stieg um 0,45 Prozent. Auch hier waren Aktien aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz gefragt.
SHANGHAI - CHINA: FOTO: APA/APA/AFP/HECTOR RETAMAL