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"Die Investoren zeigen sich tendenziell zurückhaltend und versuchen auszuloten, was für Konsequenzen die hohen Staatsanleiherenditen und die ebenfalls hohen Energiepreise für die Unternehmen haben werden", beschrieb Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets das Marktgeschehen.
Insbesondere die hohen Renditeanstiege französischer Anleihen angesichts der Sorgen um die Finanzen des Landes verunsicherten. Die von den Staatsschulden in Europa ausgehenden Risiken würden noch immer unterschätzt, hieß es von der Privatbank Merck Finck. Am Mittwoch hatte der Präsident der französischen Zentralbank, Emmanuel Moulin, in einem Gespräch mit "France Inter Radio" gesagt, dass Frankreich mit Blick auf das Staatsdefizit durchaus in einer Risikozone sei und der Haushaltsplan für 2027 wichtig werde, um die Finanzmärkte zu beruhigen.
Unter Druck stand am Mittwoch der Technologie-Sektor. Gewinnmitnahmen und Zurückhaltung vor den Quartalsbilanzen großer Tech-Schwergewichte aus Asien hatten hier das Geschehen geprägt. Am deutschen Aktienmarkt verloren Infineon-Aktien 5,8 Prozent und waren damit auch die Tagesverlierer im Euro-Stoxx-50. Suss Microtec war mit einem Minus von 9,3 Prozent der schwächste Wert im MDax.
Sehr schwach zeigten sich europaweit auch Bankwerte. So schlossen Deutsche Bank, UniCredit, Intesa Sanpaolo und BNP Paribas mit Kursverlusten zwischen knapp 4 und 5 Prozent. In London waren die Aktien von Standard Chartered mit einem Minus von 4,5 Prozent die Tagesverlierer im FTSE.
Impulse für die Märkte könnte am Mittwoch noch die am Abend nach Börsenschluss in Europa angesetzte Veröffentlichung der Protokolle zur jüngsten Sitzung der US-Notenbank bringen. Die sogenannten "Minutes" könnten Einblicke liefern, wie geschlossen das geldpolitische Komitee hinter der jüngsten Zinsanhebung gestanden ist, und wie groß die Bereitschaft für weitere Zinsschritte ist, schreiben die Analysten der Helaba in ihrem Tagesausblick.
LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON