Europas Börsen schließen mit satten Verlusten

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Iran-Krieg sorgt für Unsicherheit an den Märkten
 © AFP, LUDOVIC MARIN, APA
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Europas Börsen haben am Donnerstag satte Verluste verbucht. Die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) spielte am Berichtstag eine untergeordnete Rolle, eher dürfte die Ausweitung des Iran-Krieges auf die Infrastruktur anderer Länder in der Golfregion Sorgen vor den wirtschaftlichen Auswirkungen verstärkt haben. So wurden in Katar bedeutende Flüssiggasanlagen bei einem iranischen Raketenangriff schwer beschädigt.

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Der Euro-Stoxx-50 sank um klare 2,14 Prozent auf 5.613,83 Punkte. In Frankfurt verlor der DAX 2,82 Prozent auf 22.839,56 Zählern. Für den FTSE-100 in London ging es um 2,35 Prozent auf 10.063,50 Einheiten hinab.

"Der Krieg im Nahen Osten hat zu deutlich unsichereren Aussichten geführt", sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde bei der heutigen Pressekonferenz im Anschluss an den Zinsentscheid der EZB. Der Konflikt drohe, die Inflation anzuheizen und die Wirtschaft zu bremsen, die Leitzinsen blieben allerdings unangetastet.

Überdies dürfte der Verfallstermin am Freitag seine Schatten vorausgeworfen haben. "Die Stimmung auf dem Börsenparkett verschlechtert sich im Gleichklang mit der abnehmenden Bereitschaft der institutionellen Anleger, weiter hohe Aktienquoten in ihren Portfolios halten zu wollen", merkte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst beim Broker CMC Markets, dazu an. "Bereits in den vergangenen Handelswochen hat sich abgezeichnet, dass sich die Stimmung zum großen Verfallstermin am Freitag hin grundsätzlich ändern könnte." Hätten viele institutionelle Investoren bisher nur mit einem kurzen militärischen Schlagabtausch gerechnet, befürchte man nun stärkere und länger anhaltende Auswirkungen.

Bis auf den Öl- und Gassektor, der wohl von den steigenden Energiepreisen profitierte, zeigten sich alle anderen Sektoren mit teils massiven Abgaben. So büßten Stahltitel deutlich ein, ArcelorMittal fielen in Amsterdam um 6,2 Prozent. Zu den Verlierern zählten zudem Auto- und Baustoffwerte sowie die Fluggesellschaften. Hier kamen Air-France KLM ebenfalls mit 6,2 Prozent Abschlag unter Druck.

Auch der zinssensible Immobiliensektor gab überdurchschnittlich nach. Er reagierte damit auf die Inflationssorgen, die von den gestiegenen Energiepreisen angeheizt wurden und sich in steigenden Anleiherenditen niederschlugen. Das Schwergewicht Vonovia belastet dabei den Sektor mit über 12,1 Prozent Verlust. Die Zahlen des Wohnungskonzerns seien eher durchwachsen ausgefallen, hieß es von JPMorgan.

Der Wert von Kontron war am Berichtstag auch unter Druck geraten. Die Anteilsscheine des heimischen Spezialisten für das Internet-der-Dinge (IoT) brachen zeitweise um rund 24 Prozent ein, grenzten bis Handelsschluss diese Abgaben auf minus 7,4 Prozent ein. Am Markt hatten Händler und Analysten über die Gründe für den starken Kursdruck gerätselt, denn es gab weder unternehmensspezifische Nachrichten noch negative Analystenkommentare.

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