Europas Börsen nach Ölpreisrückgang stark im Plus

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Euro-Stoxx-50 springt 4,14 Prozent hoch
 © AFP, XAVIER GALIANA, Apa
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Die Einigung zwischen den USA und dem Iran auf eine Waffenruhe hat bei den europäischen Aktienanlegern am Mittwoch für starke Erleichterung gesorgt - vor allem wegen des massiven Einbruchs der Ölpreise. Mehrere Börsianer sprachen von einem "Geschenk von Pakistan". Der Nachbar des Irans vermittelte eine weitreichende, sofortige Waffenruhe. Daraufhin sackten die Ölpreise in der Nacht um rund 16 Prozent ab.

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Die Rohölpreise sind momentan der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel zeitweise unter 92 Dollar und damit auf das tiefste Niveau seit Mitte März.

Entsprechend deutlich stieg die Risikofreude der Anleger. Der europäische Leitindex Euro-Stoxx-50 kletterte im Frühhandel 4,14 Prozent auf 5.866 Punkte nach oben. In Frankfurt zog der DAX um 4,45 Prozent in die Höhe auf 23.940 Punkte und in London gewann der FTSE-100 2,33 Prozent auf 10.590 Einheiten.

Wichtig für die globalen Märkte ist vor allem, dass der Iran die Straße von Hormuz nun wieder für den Schiffsverkehr öffnen will. Die Meerenge ist einer der global wichtigsten Transportwege - nicht nur für Öl und Gas. Ihre Öffnung war die Bedingung der USA für eine Feuerpause.

"An den Finanzmärkten ist Aufatmen angesagt", schrieb Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Mit dem Waffenstillstand bleibe vorerst eine weitere Eskalation aus. Vor allem die deutlich gefallenen Ölpreise lassen dem Experten zufolge Hoffnungen keimen, dass der Anstieg der Inflationsraten eine kurze Episode bleiben wird. Die Notenbanken könnten im Falle einer nachhaltigen Entspannung der Ölpreise auch von bereits befürchteten Zinsanhebungen absehen.

Die Anleger richten ihr Augenmerk am Berichtstag nach der vereinbarten Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran auf die bisherigen Verlierer und Gewinner des Krieges. So stehen Öl- und Gaswerte im frühen Handel besonders unter Druck. Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Oil & Gases war im Zuge sprunghaft steigender Energiepreise um bis zu 15 Prozent geklettert auf ein Rekordhoch. Nun gibt er bei prozentual zweistellig fallenden Öl- und Gaspreisen mehr als zwei Prozent nach.

Hingegen sind Werte aus den Bereichen Rohstoffe, Tourismus, Banken, Immobilien und Konsum stark gesucht. Der Immobilien-Branchenindex Stoxx Europe 600 Real Estate lag zuletzt seit Kriegsbeginn trotz bereits erfolgter Erholung immer noch 13 Prozent im Minus. Vor dem Start des Kriegs Ende Februar hatte er noch auf einem Höchststand seit Herbst 2024 notiert, bevor vor allem steigende Zinsen ihn deutlich auf Talfahrt schickten. Rohstoffwerte und Banken standen vor allem unter dem Eindruck von Konjunktursorgen.

Unter den Einzelwerten waren im Euro-Stoxx-50 die Aktien von Safran und Siemens Energy mit Aufschlägen von jeweils mehr als zehn Prozent die Spitzenreiter. Die Papiere von UniCredit, Schneider Electric, Siemens, Saint Gobain und Infineon kletterten jeweils mehr als sieben Prozent hoch. Am Index-Ende büßten hingegen TotalEnergies um 6,6 Prozent an Kurswert ein.

LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/XAVIER GALIANA

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