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Der Iran hat die Straße von Hormuz für die restliche Dauer der Waffenruhe im Libanon wieder vollständig für die Handelsschifffahrt freigegeben. Dies teilte der iranische Außenminister Abbas Araqchi am Freitag auf der Kurznachrichtenplattform X mit. Die Durchfahrt aller kommerziellen Schiffe erfolge auf einer koordinierten Route, die bereits von der iranischen Hafen- und Schifffahrtsbehörde bekanntgegeben worden sei, erklärte er weiter.
Die Rohölpreise gaben in Reaktion auf die Hormuz-Öffnung massiv nach und linderten damit an den Börsen die Ängste vor Inflation und damit auch gegensteuernden Zinserhöhungen. Der Preis für ein Fass (etwa 159 Liter) der Nordseesorte Brent fiel am Terminmarkt in Folge zuletzt um knapp 11 Prozent auf 87,45 US-Dollar. Der Brent-Preis war während des Iran-Konflikts im März zeitweise auf bis zu knapp 120 Dollar gestiegen.
Die positive Börsenreaktion zog sich durch fast alle Branchen. Besonders stark nach oben ging es mit Aktien aus der Reise- und Luftfahrtbranche, die vom Ölpreisrückgang stark profitierten. Öl- und Energiewerte litten im Gegenzug unter den Ölpreisrückgängen und gaben deutlich nach. Die Aktien der Ölkonzerne BP, ENI, Shell und TotalEnergies verloren zwischen 5 und 7 Prozent.
Für größere Kursausschläge sorgten auch einzelne Unternehmensnachrichten. Die Aktien des französischen Bahnzulieferers Alstom büßten am Freitag nach einem schlecht aufgenommenen Ausblick 27 Prozent ein. Der Kurs, der sich seit den Jahreshochs im Februar halbiert hat, reagierte damit auf die Rücknahme finanzieller Ziele für das laufende Geschäftsjahr. So waren sowohl der Ausblick für den angestrebten freien Barmittelzufluss als auch für die operative Marge vom Unternehmen gekappt worden.
FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND