Europas Börsen mit Erholungsrally nach Iran-Waffenruhe

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Euro-Stoxx-50 plus 4,5 Prozent - Ölpreise rutschen deutlich ab
 © AFP, THOMAS SAMSON, Apa
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Die europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch deutliche Gewinne verzeichnet. Sie reagierten damit auf die Waffenruhe im Iran-Krieg. "Nach der Nachricht über eine vorläufige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran atmen die Märkte kollektiv auf", betonte Matthew Ryan, Leiter Marktstrategie beim Finanzdienstleister Ebury. "Anleger zeigen sich erleichtert, dass das schlimmste Katastrophenszenario abgewendet wurde."

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Zudem sackten die Ölpreise prozentual zweistellig ab. Sie sind derzeit der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen. Wichtig für die globalen Märkte ist vor allem, dass der Iran die Straße von Hormuz nun wieder für den Schiffsverkehr öffnen will. Die Meerenge ist einer der global wichtigsten Transportwege - nicht nur für Rohöl und Gas. Ihre Öffnung war die Bedingung der USA für eine Feuerpause.

Der Euro-Stoxx-50 gewann zu Mittag 4,51 Prozent auf 5.887 Punkte. In Frankfurt steigerte sich der DAX um 4,62 Prozent auf 23.981 Einheiten. Außerhalb des Euroraums zog der Schweizer SMI um 2,6 Prozent auf 13.123 Punkte an und der britische FTSE 100 legte um 2,57 Prozent auf 10.615 Zähler zu.

Die Bewegungen der Einzelsektoren entsprachen dem Szenario einer Entspannung mit deutlich sinkenden Ölpreisen. An der Spitze der Sektoren standen die Reise- und Freizeitwerte, wo vor allem die Aktien der Fluggesellschaften gefragt waren. So kletterten Air France-KLM um über 13 Prozent. Bei der AUA-Mutter Lufthansa gab es ein Plus von 10,7 Prozent zu sehen.

Weit vorne standen zudem die Technologie- und Bankwerte. Beide waren wegen Sorgen um die Lieferketten und die Auswirkungen hoher Energiepreise auf die Konjunktur zuvor unter Druck geraten. ASML kletterten um acht Prozent in die Höhe. Unter den Banken waren BNP Paribas ähnlich stark. Bei den energieintensiven Stahltiteln ragten ArcelorMittal mit elf Prozent Plus hervor.

Am Ende des Feldes rangierten dagegen die Ölwerte. Nach dem Höhenflug der vergangenen Wochen kam es zu Gewinnmitnahmen. Shell verloren dabei knapp sechs Prozent. Der Öl- und Gaskonzern hatte von den Folgen des Iran-Krieges im ersten Quartal nicht nur durch steigende Ölpreise profitiert, sondern auch die Kriegsfolgen zu spüren bekommen. So beeinträchtigte der Krieg die Gas-Liefermengen aus Katar. Bei einem iranischen Angriff in Katar war im März eine Gasaufbereitungsanlage des Konzerns beschädigt worden.

LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON

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