Europas Börsen mehrheitlich höher, Euro-Stoxx-50 plus 0,5 %

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Zurückhaltung vor Verhandlungen zwischen den USA und Iran
 © AFP, DANIEL ROLAND, Apa
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Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Freitag mehrheitlich etwas höher ins Wochenende verabschiedet, doch die Zurückhaltung der Marktteilnehmer war spürbar. Vage Hoffnungen auf eine Verhandlungslösung im Ukraine-Krieg festigten den Markt. Etwas Unterstützung gab es auch von den Verbraucherpreisen in den USA im März, deren Anstieg etwas geringer ausfiel als erwartet.

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"Die Anleger befinden sich weiter in einer Pattsituation", beschrieb Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets, die Lage. "Einerseits bleibt die Situation im Nahen Osten unübersichtlich, andererseits bewegen sich einige Aktien von Unternehmen auf sehr interessanten Kursniveaus."

Der Euro-Stoxx-50 schloss mit plus 0,51 Prozent auf 5.926 Punkten. Daraus resultierte für den Leitindex der Eurozone ein Wochengewinn von mehr als vier Prozent. In Frankfurt trat der DAX am Freitag mit minus 0,01 Prozent bei 23.804 Zählern auf der Stelle. In London reduzierte sich der FTSE-100 um dünne 0,03 Prozent auf 10.600,53 Einheiten.

Die Vorsicht der Investoren galt den schwierigen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. "Solange beide Seiten auf ihre Maximalforderungen bestehen, sieht es nicht gerade nach großer Entspannung aus", betonte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck. "Nachdem eine schnelle Einigung eher unwahrscheinlich wirkt, dürften die Finanzmärkte volatil bleiben." Allerdings sei der Druck auf die Trump-Administration, den Krieg zu beenden, schon wegen der Zwischenwahlen im Herbst hoch.

Inzwischen kamen am Markt Spekulationen über einen möglichen Deal zwischen der Ukraine und Russland auf, der den seit 2022 währenden Krieg eventuell sogar beenden könnte. Auslöser waren Aussagen des ukrainischen Unterhändlers Kyrylo Budanow aus einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg, die dort verbreitet wurden. Das Interview stammt allerdings vom 4. April.

Zu den Gewinnern gehörten die Bauwerte, die als Profiteure eines etwaigen Wiederaufbaus der Ukraine gelten. Im DAX setzten sich Heidelberg Materials mit plus drei Prozent an die Spitze.

Holcim waren mit plus 4,2 Prozent gefragt. Neben Goldman Sachs hatte auch Exane BNP Paribas die Einstufung erhöht. Während der Goldman-Experte nach der Kurskorrektur seit Jahresbeginn das aktuelle Niveau als attraktiven Einstiegszeitpunkt betrachtet, hob der Exane-Analyst die jüngsten Äußerungen des Managements des Baukonzerns positiv hervor.

Verluste verzeichneten dagegen die Ölwerte. Allerdings blieben diese angesichts der massiven Gewinne der Vorwochen überschaubar, nachdem sich bei den Ölpreisen keine weitere Entspannung gezeigt hatte. Zum Wochenausklang rutschten jedoch die Papiere von Repsol um 5,8 Prozent tiefer.

Die Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) äußerten sich vorsichtig. "Entscheidend für die Entwicklung der Energiepreise und damit auch der Konjunktur ist, ob der Krieg endet und die Straße von Hormuz bald wieder frei befahrbar wird", hieß es. "Selbst nach einem Kriegsende dürfte es einige Zeit dauern, bis die Versorgungslücken geschlossen sind und die Energieinfrastrukturen wieder vollständig funktionieren." Die Preise dürften also nicht sofort auf das Vorkriegsniveau fallen.

Am deutlichsten im Plus notierten Technologie- und Bankenwerte. STMicroelectronics zogen 3,5 Prozent hoch. Bei ASML gab es ein Plus von 2,9 Prozent zu sehen. Unter den Banken steigerten sich die Papiere der UniCredit um 2,4 Prozent. BBVA verteuerten sich um 2,6 Prozent.

Lediglich optischer Natur waren unterdessen die Verluste von Zurich Insurance, da die Aktie ex-Dividende gehandelt wurde. Die Abgaben von 4,1 Prozent lasteten trotzdem auf dem Versicherungssektor.

FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND

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