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Der Euro-Stoxx-50 gab zu Mittag 0,28 Prozent auf 5.913 Punkte ab. In Frankfurt fiel der DAX 0,33 Prozent auf 24.190 Einheiten. Der britische FTSE 100 tendierte mit minus 0,11 Prozent auf 10.483 Punkte.
"Der Nahost-Konflikt ist noch nicht gelöst und es gibt keine Meldungen über eine neue Verhandlungsrunde", konstatierte die Helaba. Somit fehle noch die Grundlage für weitere und deutliche Kursanstiege.
Eine Branchenbetrachtung präsentierte den Reise- und Unterhaltungssektor am schwächsten. Hier rutschte die TUI-Aktie um 2,6 Prozent tiefer. Die anhaltenden Auseinandersetzungen am Persischen Golf überschatten die weiteren Aussichten bei dem Reiseveranstalter. Der Iran-Krieg führe zu einer erhöhten Zurückhaltung der Kunden, teilte der Touristikkonzern mit. Das Management rudert deshalb in seinen Prognosen für das noch bis Ende September laufende Geschäftsjahr zurück. Gerechnet wird nun mit einem operativen Ergebnis in der Bandbreite von 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro. Zuvor hatte der Konzern noch ein Plus von 7 bis 10 Prozent im Vergleich zu den 1,41 Milliarden aus dem Vorjahr in Aussicht gestellt. Die Umsatzprognose setzte TUI aus, "bis sich die Rahmenbedingungen stabilisieren".
ABB gehörten mit 2,8 Prozent Aufschlag und neuen Höchstkursen zu den gefragten Werten. Die vorgelegten Quartalszahlen des Energie- und Automatisierungstechnikkonzerns waren deutlich besser als erwartet ausgefallen. Der starke Auftragseingang war dabei laut Analysten der zentrale Kurstreiber. Auch andere Aktien aus der Branche wie Siemens und Schneider Electric verzeichneten Gewinne und profitierten damit von den ABB-Zahlen.
Noch deutlicher stiegen Akzo Nobel. Mit einem Plus von 4,4 Prozent reagierten sie auf die Ergebnisvorlage des Farbenherstellers zum ersten Quartal. Die Analysten von JPMorgan sprachen von einem besser als erwarteten Zahlenwerk. Zudem sei der Ausblick auf das zweite Quartal und das Gesamtjahr nicht so schwach wie befürchtet gewesen.
Ebenfalls stark waren ASM International. Die Aktie sprang um 8,6 Prozent auf neue Hochs. Die Analysten von JPMorgan verwiesen auf deutlich besser als erwartet ausgefallene Zahlen und den Ausblick des niederländischen Halbleiterausrüsters. Auch andere Titel aus dem Halbleitersegment wie ASML legten zu.
Der Nahrungsmittelsektor profitierte unterdessen von den Gewinnen von Danone, die um 2,8 Prozent kletterten. Jefferies-Analyst David Hayes sprach von einer erfreulichen Umsatzentwicklung auf Konzernebene. Der Analyst hob zudem die sich verbessernde Dynamik in den USA und die übertroffenen Prognosen in China hervor.
Aktien von Reckitt gaben dagegen kräftig nach. Der Konsumgüterkonzern hatte für das erste Quartal aufgrund einer schwachen Erkältungs- und Grippesaison in den USA sowie Lieferengpässen im Nahen Osten einen geringeren Umsatz als erwartet berichtet. Hier ging es um 6,7 Prozent nach unten.
Die Deutsche Telekom erwägt Bloomberg-Kreisen zufolge eine vollständige Kombination mit ihrer US-Mobilfunktochter T-Mobile US. Am Markt überwog die Skepsis. Die regulatorischen Hürden für einen möglichen Zusammenschluss seien erheblich, gaben die Analysten von Bernstein Research zu Bedenken. Ohne einen deutlichen Aufschlag auf die Bewertung dürften die Aktionäre von T-Mobile US zudem kaum damit einverstanden sein, hieß es. Die T-Aktien verloren 3,4 Prozent.
LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON