Europas Börsen gehen tiefer aus dem Handel

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Fragile Waffenruhe im Iran-Krieg im Blick
 © AFP, LUDOVIC MARIN, Apa
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Die europäischen Börsen sind am Donnerstag mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Nachdem am Vortag noch die Waffenruhe im Nahen Osten für Auftrieb sorgte, dürften sich Investoren am Berichtstag die Frage gestellt haben, ob diese auch halten werde. Die wieder anziehenden Ölpreise dürften darauf hinweisen, dass die Feuerpause am Markt als fragil eingestuft wird.

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Der Euro-Stoxx-50 verlor 0,29 Prozent auf 5.896,29 Punkte. In Frankfurt notierte der DAX um 1,14 Prozent schwächer bei 23.806,99 Zählern. Außerhalb der Eurozone fiel der FTSE-100 um 0,05 Prozent auf 10.603,48 Einheiten.

Die USA müssten sich entscheiden - "entweder Waffenruhe oder Fortsetzung des Krieges via Israel. Sie können nicht beides haben", schrieb Irans Außenminister Abbas Araghtschi auf der Plattform X mit Verweis auf Israels verheerende Luftangriffe im Libanon. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran ebenfalls mit einer neuen militärischen Eskalation, falls es nicht zu einem umfassenden Abkommen kommen sollte.

Jim Reid von der Deutschen Bank zeigte sich verhalten optimistisch: "Im Vergleich zu vor 24 Stunden hat der Stress an den Finanzmärkten deutlich nachgelassen", hatte der Stratege noch in der Früh gemeint. Unter dem Strich hätten die Sorgen über einen "stagflationären Schock" - eine schwächere Konjunktur bei gleichzeitig steigenden Preisen - nachgelassen.

Die Ölpreise bleiben der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt und damit die Risikofreude der Anleger. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni war am Vortag mit fast 90 US-Dollar auf das tiefste Niveau seit Mitte März gesackt. Zuletzt kostete Brent-Öl wieder 98 Dollar.

Unter den Einzelwerten büßten die Papiere der AUA-Mutter Lufthansa 3,2 Prozent an Höhe ein. Die Flugbegleiter der Lufthansa sind für diesen Freitag zu einem Streik aufgerufen. Der Ausstand ist von 00.01 Uhr bis 22.00 Uhr vorgesehen, wie die Gewerkschaft Ufo mitteilte. "Bestreikt werden alle Abflüge der Deutschen Lufthansa AG von den Flughäfen Frankfurt und München", hieß es.

Auf dem Technologiesektor lasteten unterdessen die Verluste des Schwergewichts SAP, das um 6,8 Prozent fiel. Die Softwarebranche leidet unter Sorgen vor einer Verdrängung durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI). JPMorgan-Analyst Toby Ogg wertete die Aussagen des Konzernchefs Christian Klein in der "Financial Times" als weiteren Beleg für die Veränderungen am Geschäftsmodell von SAP. KI ersetze Unternehmenssoftware zwar nicht, zwinge die Unternehmen aber, deutlich mehr zu tun.

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