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Damit wurde die frühere Schätzung von 1,5 Prozent nach unten revidiert. Der Ende Februar ausgebrochene Nahost-Krieg und der damit verbundene Anstieg der Energiepreise bedeuten nun eine Belastung für die Wirtschaft, worauf auch die deutsche Bundesbank hinweist. Dies gelte für Deutschland, Europa und wohl auch global, sagte der deutsche Bundesbankchef Joachim Nagel. Doch sei es noch zu früh, um zu einer Schlussfolgerung zu kommen.
Die Entwicklungen im Nahen Osten geben laut Nagel Grund zur Sorge. Die Europäische Zentralbank entscheidet am 19. März wieder über den Leitzins. An den Finanzmärkten wird erwartet, dass die Währungshüter um EZB-Chefin Christine Lagarde stillhalten. Doch hat Chefvolkswirt Philip Lane bereits vor den Folgen eines länger andauernden Krieges in Nahost gewarnt. In diesem Fall könne die Inflation in der Eurozone angeheizt und die Wirtschaft ausgebremst werden. Geldmarkthändler stellen sich darauf ein, dass die Zinsen in diesem Jahr angehoben werden, womöglich bereits im Sommer.
Die Währungshüter hatten in der Vergangenheit im Kampf gegen eine hohe Inflation bereits eine Serie von Zinserhöhungen beschlossen, die im September 2023 in einem Rekordniveau von 4,00 Prozent beim Einlagensatz gipfelten. Die EZB vollzog dann im Zuge des nachlassenden Preisauftriebs aber eine Wende und senkte 2024 vier Mal die Zinsen, 2025 folgten weitere vier Schritte nach unten - zuletzt im Juni. Seitdem liegt der Zins unverändert bei 2,0 Prozent.