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Mit dem Zukauf will Eli Lilly seine Abhängigkeit von dem stark wachsenden, aber zunehmend umkämpften Geschäft mit Medikamenten zur Gewichtsreduktion verringern. Der Konzern hat zuletzt bereits Entwickler von Behandlungen für Darmerkrankungen und Augenleiden sowie von Gen-Editierungs-Technologien übernommen. Kelonia hat sich auf Gentherapien spezialisiert. Der Schwerpunkt liegt auf CAR-T-Therapien, die das körpereigene Immunsystem dazu befähigen sollen, Tumorzellen gezielt anzugreifen. Anders als bei herkömmlichen Verfahren, bei denen die Immunzellen eines Patienten aufwendig außerhalb des Körpers verändert werden, zielt der Ansatz von Kelonia darauf ab, die Zellen direkt im Körper zu verändern, damit sie Krebszellen erkennen und zerstören. Dies könnte die Behandlung beschleunigen, Kosten senken und eine ansonsten notwendige Chemotherapie überflüssig machen.
Bisherige CAR-T-Zelltherapien hätten zwar die Heilungschancen bei verschiedenen Krebsarten deutlich verbessert, seien aber mit erheblichen Hürden bei der Herstellung und beim Zugang verbunden, sagte der Leiter der Onkologie-Sparte von Eli Lilly, Jacob Van Naarden. Die Technologie von Kelonia habe das Potenzial, dies durch ein viel einfacheres, sofort verfügbares Format zu ändern. Einer der wichtigsten Wirkstoffkandidaten von Kelonia wird derzeit in einer frühen klinischen Studie zur Behandlung des Multiplen Myeloms, einer Krebserkrankung des Knochenmarks, getestet. Nach Einschätzung eines Analysten der Investmentbank Oppenheimer dürfte eine Zulassung jedoch noch sechs bis acht Jahre auf sich warten lassen. Der Abschluss der Übernahme wird für das zweite Halbjahr erwartet.
FEGERSHEIM - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/FREDERICK FLORIN
TO GO WITH AFP STORY BY ETIENNE BALMER