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"Für Optimismus ist es noch zu früh, aber es gibt Anzeichen für eine allmähliche Erholung", sagte Ifo-Expertin Katrin Demmelhuber. "Bei den Selbstständigen zeigt sich bislang jedoch nur eine langsame Verbesserung."
Die Unsicherheit bleibt sehr hoch: Fast vier von fünf Befragten fällt es schwer oder eher schwer, ihre zukünftige Geschäftsentwicklung einzuschätzen, fanden die Ifo-Forscher heraus. Damit bleibt die Planbarkeit für Soloselbstständige und Kleinstunternehmen stark eingeschränkt.
Für kleine Betriebe wird es zudem zunehmend schwieriger, über Banken Zugang zu frischen Krediten zu erhalten. Im abgelaufenen dritten Quartal stieg der Anteil an Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen mit Schwierigkeiten bei Kreditverhandlungen von 44,8 auf 54,4 Prozent. Zum Vergleich: In der Gesamtwirtschaft sank der Anteil dagegen von 40,1 auf 32,8 Prozent.
Zugleich ließ die Kreditnachfrage der Selbstständigen nochmals nach: Nur noch 7,8 Prozent führten Gespräche mit Banken über Darlehen, nach 9,3 Prozent im Vorquartal. "Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich der Zugang zu Bankkrediten für kleine Betriebe deutlich erschwert", sagte Demmelhuber. "Gleichzeitig fragen immer weniger Selbständige überhaupt Kredite bei Banken nach." Das Ifo-Institut befragt für den Indikator in Zusammenarbeit mit dem Softwareunternehmen Jimdo monatlich etwa 1800 Soloselbstständige sowie Kleinstunternehmen mit bis zu neun Mitarbeitenden.
Der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD) sieht die Politik in der Pflicht, damit die allgemeine Konjunkturerholung auch bei den Mitgliedern ankommt. Eine potenzielle Wachstumsbremse sei die geplante Rentenpflicht für künftige Selbstständige, "die ohne gleichzeitige Reform der Beitragsbemessung zu einem massiven Einbruch des Gründungsgeschehens führen wird", sagte der Vorstandsvorsitzende des VGSD, Andreas Lutz.
MÜNCHEN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/Leonie Asendorpf