Deutsche Industrieaufträge brechen ein

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Deutsche Industrie schwächelt etwas
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Die deutsche Industrie ist mit einem doppelten Rückschlag ins Jahr gestartet: Ihre Aufträge brachen im Jänner so stark ein wie seit zwei Jahren nicht mehr, während die Produktion den zweiten Monat in Folge gedrosselt wurde. Das Neugeschäft schrumpfte um 11,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Damit endete eine Serie von vier Anstiegen in Folge, zu denen staatliche Großaufträge für Rüstung und Infrastruktur beitrugen.

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Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur einen Rückgang von 4,5 Prozent erwartet. Zudem stellten Industrie, Bau und Energieerzeuger 0,5 Prozent weniger her als im Vormonat, nachdem es im Dezember bereits ein Minus von 1,0 Prozent gegeben hatte. Ökonomen hatten ein Wachstum von 1,0 Prozent vorausgesagt.

Das deutsche Wirtschaftsministerium befürchtet infolge des Iran-Kriegs weitere Rückschläge. Wegen der auf den Weltmärkten gestiegenen Gas- und Ölpreise sei "das Risiko für einen Rückschlag bei der erwarteten Erholung der Industriekonjunktur deutlich gestiegen". Der Ölpreis ist zu Wochenbeginn über die Marke von 100 Dollar (86,50 Euro) je Barrel gestiegen.

"Die gute Nachricht ist: Die aktuellen Entwicklungen in Nahost tangieren das Rüstungs- und Infrastrukturprogramm der Bundesregierung nicht", sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. "Die öffentliche Hand wird weiterhin die Privatwirtschaft mit Aufträgen versorgen." Damit könne die deutsche Wirtschaft zumindest in Teilen eine gewisse Widerstandsfähigkeit an den Tag legen.

Während die Nachfrage aus dem Inland im Jänner um 16,2 Prozent zum Vormonat einbrach, sank die aus dem Ausland um 7,1 Prozent. Dabei fiel die Nachfrage aus der Eurozone um 7,3 Prozent, die aus dem Rest der Welt sank um 7,1 Prozent. "Der Rückgang war erwartbar, er ist vom Ausmaß her ein Schock", kommentierte Chefvolkswirt Alexander Krüger von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank. "Zuletzt waren viele Großaufträge vergeben worden, die jetzt fehlen." Werden Großbestellungen ausgeklammert, lagen die Aufträge zum Jahresstart nur leicht mit 0,4 Prozent im Minus.

Die Industrie allein stellte im Jänner 2,5 Prozent weniger her als im Vormonat. Die Hersteller von Metallerzeugnissen fuhren ihre Produktion mit minus 12,4 Prozent besonders stark herunter. Deutliche Rückgänge gab es auch in der Pharmaindustrie (-11,9 Prozent) und bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen (-6,8 Prozent).

Dagegen nahm die Energieerzeugung mit 10,3 Prozent deutlich zu. "Der deutliche Anstieg in diesem Bereich könnte auf die außergewöhnlich niedrigen Temperaturen im Jänner 2026 zurückzuführen sein", erklärten die Statistiker. Die vielen Eis- und Frosttage wirkten sich auch auf den Tiefbau aus, etwa den Bau von Straßen, Bahnverkehrsstrecken, Brücken und Tunneln: So brach die Produktion im Tiefbau um 7,5 Prozent zum Vormonat ein. Dennoch wuchs die Bauproduktion insgesamt um 2,9 Prozent.

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