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Am stärksten betroffen sind deutsche Unternehmen, die in der Golf-Region aktiv sind, beispielsweise in Saudi-Arabien, Kuwait, Israel, Katar oder den Vereinigten Arabischen Emiraten. Hier sei die Bewertung der aktuellen Geschäftslage regelrecht eingebrochen. Wegen der Abhängigkeit von Energie-Importen aus Nahost hat sich auch die Stimmung deutscher Firmen in Indien oder Sri Lanka deutlich verschlechtert.
"Mehr als ein konjunktureller Dämpfer"
Die DIHK hat Rückmeldungen von mehr als 4.500 international tätigen Unternehmen ausgewertet. Nur noch 21 Prozent rechnen demnach in den kommenden zwölf Monaten mit einer besseren konjunkturellen Entwicklung an ihren ausländischen Standorten, während 32 Prozent von einer Verschlechterung ausgehen. "Das ist mehr als ein konjunktureller Dämpfer. Unsicherheit wird zum bestimmenden Faktor", sagte Treier. Der Nahost-Krieg hat zuletzt die Wachstumsperspektiven eingetrübt und die Inflation bereits über hohe Tankstellenpreise nach oben getrieben. Das kommt laut DIHK aber noch nicht überall an.
Im Augenblick bewerten 39 Prozent der Betriebe ihre Lage als gut, 48 Prozent als befriedigend, 13 Prozent als schlecht. Damit fällt das Bild im Vergleich zur vorherigen Umfrage im Herbst 2025 sogar leicht besser aus. Unter anderem hat sich die Stimmung in China und den USA aufgehellt. Auch der Ausblick ist hier verbessert. An chinesischen Standorten rechnet fast jedes zweite Unternehmen mit besseren Geschäften, nur sieben Prozent mit einer Verschlechterung. Auch in den USA erwartet fast die Hälfte bessere Geschäfte, 15 Prozent aber eine Verschlechterung.
46 Prozent sehen hohe Energiepreise derzeit als zentrales Geschäftsrisiko - mehr als doppelt so viele wie im Herbst 2025. Lieferkettenstörungen nennen 40 Prozent, steigende Rohstoffpreise 37 Prozent. Entsprechend zurückhaltend geben sich viele Unternehmen bei Investitionen. 31 Prozent erwarten hier in den nächsten zwölf Monaten eine Erhöhung, 22 Prozent eine Verringerung. Ähnlich ist es beim Personal. 31 Prozent planen, den Bestand zu erhöhen. 16 Prozent rechnen unter dem Strich mit einem Abbau.
BREMERHAVEN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/Sina Schuldt