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Ab dem Frühjahr erwartet die Bundesbank dann mehr Schwung - "getragen vor allem durch fiskalische Impulse", also staatlichen Investitionen in Rüstung und Infrastruktur. Im vierten Quartal 2025 war Europas größte Volkswirtschaft um 0,3 Prozent gewachsen, wozu vor allem höhere private und staatliche Konsumausgaben beitrugen.
Einen Boom sieht die Deutsche Bundesbank allerdings nicht. "Die schwache Kapazitätsauslastung in der Industrie dämpft nach wie vor die Investitionen", betonte sie. "Aufgrund der schlechten Wettbewerbsposition profitiert die deutsche Industrie zudem nur begrenzt vom wachsenden Welthandel." Die Nachfrage nach deutschen Industrieerzeugnissen habe sich zwar zuletzt kräftig erhöht. Ein großer Teil der besonders stark gestiegenen Bestellungen aus dem eigenen Land dürfte jedoch Großaufträgen im Zusammenhang mit zusätzlichen Staatsausgaben für die Verteidigung zuzuschreiben sein. Diese dürften sich nicht sofort auf die Produktion auswirken.
Auch der Bau profitierte zuletzt von mehr öffentlichen Aufträgen. "Da auch im Wohnungsbau die Auftragseingänge zuletzt kräftig stiegen, verbreitert sich die Nachfragebelebung im Bau", betonte die Bundesbank. "Allerdings könnte die im Vergleich zum Ende des Vorquartals bisher eher ungünstige Witterung die Bauproduktion dämpfen." Wegen der niedrigen Wintertemperaturen in vielen Teilen Deutschlands ruhen derzeit viele Baustellen.
Der private Konsum könnte sich laut den Bundesbank-Volkswirten wieder abschwächen. So seien etwa die Kraftfahrzeugzulassungen privater Halter im Jänner kräftig gesunken. Auch bleibe das Konsumklima gedämpft.
BANFF - KANADA: FOTO: APA/APA/AFP/COLE BURSTON/