
von
Viele Ökonomen erwarten, dass die Inflation in den nächsten Monaten noch weiter anziehen wird. Darauf könnte die Zentralbank nach Einschätzung von Anlegern womöglich im Juni mit einer Zinsanhebung reagieren.
Notenbankchef Andrew Bailey hatte den Finanzmärkten jüngst jedoch die Botschaft zukommen lassen, dass ihre Wetten auf Zinserhöhungen in diesem Jahr angesichts der Unsicherheit über die Dauer und die Auswirkungen des Nahost-Krieges verfrüht seien. Großbritannien hat bereits das höchste Leitzinsniveau in der Gruppe der sieben größten westlichen Industrieländer (G7). Dabei hat die Notenbank die Zinsen seit Mitte 2024 bereits sechsmal gelockert - zuletzt im Dezember.
Auch der Konjunkturausblick trübt sich im Zuge des Nahost-Konflikts ein: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose für Großbritannien wegen des Iran-Kriegs so stark gesenkt wie für kein anderes großes Industrieland. Die britische Wirtschaft wird demnach 2026 voraussichtlich nur noch um 0,8 Prozent wachsen. Zuvor war der IWF von 1,3 Prozent ausgegangen. Dies ist die stärkste Abwärtskorrektur innerhalb der G7-Staaten. Der IWF begründete die pessimistischeren Aussichten damit, dass der Iran-Krieg den Preis für Erdgas, von dem das Land stark abhängig sei, zunächst verdoppelt habe.
LONDON - GROSSBRITANNIEN: FOTO: APA/APA/POOL/TOBY MELVILLE