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Der Leitindex der Börse in Jakarta fiel um rund sechs Prozent, nachdem er bereits am Mittwoch um 7,4 Prozent eingebrochen war. Händler sprachen von Panikverkäufen, die zwischenzeitlich zur Aussetzung des Handels führten. Auch die Landeswährung Rupiah geriet unter Druck. Sie wertete um 0,5 Prozent auf 16.780 zum Dollar ab. Finanzminister Purbaya Yudhi Sadewa bezeichnete den Ausverkauf als vorübergehenden Schock. Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten seien in Ordnung.
Auslöser des Kurssturzes war die Ankündigung des Indexanbieters MSCI, dass Indonesien wegen mangelnder Transparenz von einem Schwellenland ("Emerging Market") zu einem Grenzmarkt ("Frontier Market") herabgestuft werden könnte. Eine solche Entscheidung würde Fonds, die die viel beachteten MSCI-Indizes abbilden, zum Verkauf ihrer indonesischen Positionen zwingen. Analysten gehen davon aus, dass auch aktive Fondsmanager nachziehen müssten.
Vergleichsweise stark präsentierte sich erneut die südkoreanische Börse, die damit ihre Rekordjagd fortsetzte. Dort sorgten vor allem die Zahlen des Autoherstellers und Index-Schwergewichts Hyundai für gute Stimmung, auch wenn die Zahlen auf den ersten Blick enttäuschten.
Der südkoreanische VW-Konkurrent verdiente im vierten Quartal wegen der US-Zollpolitik im Tagesgeschäft deutlich weniger. Hinzu kamen Belastungen durch eine trägere Entwicklung der Elektromobilität in einigen Märkten. Das Ergebnis fiel zudem schwächer aus, als Experten es erwartet hatten. Die Aktie legte dennoch um rund sechs Prozent zu und steuert nach einem Rücksetzer in den vergangenen Tagen wieder das vergangene Woche erreichte Rekordhoch an.
Bei den Papieren des Technologiekonzerns Samsung sorgten die detaillierten Zahlen zunächst für ein weiteres Rekordhoch, bevor es zu Gewinnmitnahmen kam und der Kurs ins Minus drehte.
Verhaltener war die Entwicklung an den anderen asiatischen Börsen. Anleger blieben vorsichtig angesichts der politischen Entwicklung. Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump ist eine weitere US-Kriegsflotte in Richtung Iran unterwegs. Zudem waren die Zahlen der US-Giganten Microsoft, Meta und Tesla uneinheitlich ausgefallen.
Japanische Aktien tendierten kaum verändert. Der Leitindex Nikkei-225 schloss mit 53.375,60 Zählern nahezu auf Vortagesstand. Die australische Börse endete vergleichbar. Der S&P/ASX-200 schloss minimal im Minus mit 8.927,53 Punkten. An den chinesischen Börsen war die Entwicklung etwas besser. Der CSI-300-Index der chinesischen Festlandbörsen legte um 0,76 Prozent auf 4.753,87 Punkte zu, während der Hang-Seng-Index der Sonderverwaltungszone Hongkong um 0,51 Prozent auf 27.968,09 Punkte anzog. Deutliche Gewinne verzeichneten Immobilienwerte, nachdem in einem Medienbericht von regulatorischen Erleichterungen für die Branche die Rede gewesen war.
SHANGHAI - CHINA: FOTO: APA/APA/AFP/HECTOR RETAMAL