
von
"Die Unternehmen im Wohnungsbau sind aktuell zwar weniger pessimistisch", sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Die Zukunftsaussichten bleiben jedoch unverändert schwach." Die Wohnungsbau-Unternehmen leiden weiter unter Auftragsmangel. Der Anteil der Firmen, die über zu wenig Aufträge berichten, stieg deutlich von 44,4 auf 47,0 Prozent. "Selbst bereits geplante Projekte werden öfter verworfen", fand das Ifo-Institut heraus. Der Anteil der Baufirmen, die von Stornierungen berichteten, kletterte von 8,0 auf 11,0 Prozent. Das ist der höchste Wert seit Oktober 2024.
"Viele Bauprojekte werden aufgeschoben oder ganz abgesagt", sagte Ifo-Experte Wohlrabe. "Das zeigt, wie instabil die Lage im Wohnungsbau weiterhin ist - eine echte Erholung ist weiterhin nicht in Sicht."
Von Jänner bis September wurde deutschlandweit grünes Licht für den Bau von 175.600 Wohnungen in neuen sowie bereits bestehenden Gebäuden gegeben. Das waren 11,7 Prozent oder 18.400 Wohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt ermittelte. Die Immobilienbranche warnt aber trotz der Zunahme vor überzogenen Erwartungen. "Der Schein trügt: Genehmigt ist in Deutschland nicht gleichbedeutend mit fertiggestellt", sagte der Präsident des Immobilienverbandes Deutschland (IVD), Dirk Wohltorf. Man stecke weiter "in einem Tal historisch niedriger Baufertigstellungen".