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Nach US-Recht könne nur Bayer als tatsächlich beklagte Partei eine Verlegung beantragen, begründete Autrey seine Entscheidung. Die Bayer-Aktie legte im späten Handel um mehr als sechs Prozent zu.
Bayer begrüßte den Beschluss. Die Entscheidung schaffe die dringend benötigte Klarheit für alle Beteiligten und ermögliche die Fortsetzung des Genehmigungsverfahrens vor dem zuständigen Gericht in St. Louis, teilte der Konzern mit. Dort sind die allermeisten Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken des glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmittels Roundup von Bayer anhängig. Ein Verfahren vor einem speziellen US-Bundesrichtergremium (JPML) sei damit hinfällig. Die Bayer-Tochter Monsanto sei weiterhin überzeugt, dass der Sammelvergleich für alle Parteien fair sei.
Bayer hatte im Februar einen neuen Sammelvergleich zur Beilegung aktueller und künftiger Klagen angekündigt, der Zahlungen von bis zu 7,25 Milliarden Dollar über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren vorsieht. Das Gericht in Missouri hatte dem Vorhaben im März vorläufig zugestimmt und eine abschließende Anhörung für den 9. Juli angesetzt. Der Zeitplan war Ende Mai jedoch ins Wanken geraten. Anwälte einiger Krebspatienten, die ihre Erkrankung auf die Nutzung des glyphosathaltigen Mittels von Bayer zurückführen, hatten die Verlegung an ein Bundesgericht im kalifornischen San Francisco beantragt. Sie kritisierten den geplanten Vergleich als Ergebnis einer geheimen Absprache zwischen Bayer und den Klägeranwälten.
Der Fall drohte damit bei US-Bezirksrichter Vince Chhabria zu landen, der auf Bundesebene Klagen bündelt und sich zuletzt äußerst kritisch über den in Missouri ausgehandelten Vergleich geäußert hatte. An ihm war im Jahr 2021 ein erster Versuch Bayers gescheitert, einen Vergleich für den Umgang mit künftigen Klagen zu schließen. Die Sorge vor einer juristischen Hängepartie in Kalifornien hatte die Bayer-Aktie Anfang Juni zeitweise schwer belastet.
Während der Streit um den Gerichtsstand für den Vergleich nun beigelegt scheint, ruhen die Hoffnungen von Bayer auch auf dem Obersten Gerichtshof der USA. Eine Entscheidung des Supreme Court in dem milliardenschweren Glyphosat-Streit wird bis Ende Juni erwartet. Ein Urteil zugunsten des Leverkusener Pharma- und Agrarkonzerns könnte für Bayer einen Befreiungsschlag in der jahrelangen Klagewelle bedeuten. Diese hatte sich der Konzern 2018 mit der 63 Milliarden Dollar schweren Übernahme des Glyphosat-Entwicklers Monsanto eingehandelt.