
Eine hohe Rückstellung für einen einzelnen Kreditausfall hat den Gewinn der britischen Bank Barclays im ersten Quartal nicht geschmälert. Dank eines robusten Handelsgeschäfts im Investmentbanking lag der Vorsteuergewinn mit 2,8 Milliarden Pfund (3,2 Mrd. Euro) leicht über dem Vorjahreswert von 2,7 Mrd. Pfund, wie das Institut am Dienstag mitteilte. Zudem kündigte das Bankhaus ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 500 Millionen Pfund an.
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Die Rückstellung in Höhe von 200 Mio. Pfund verbuchte Barclays im Investmentbanking. Den Namen des betroffenen Unternehmens wurde nicht genannt. Anleger hatten jedoch mit einer solchen Belastung gerechnet, nachdem im Februar der Londoner Kreditgeber MFS zusammengebrochen war. Die auf komplexe Immobilienkredite spezialisierte MFS wurde Ende Februar nach Vorwürfen finanzieller Unregelmäßigkeiten und Misswirtschaft unter Zwangsverwaltung gestellt. Einer mit der Angelegenheit vertrauten Person zufolge belaufen sich die Forderungen von Barclays gegenüber MFS auf 495 Mio. Pfund. Der Fall hatte Fragen zur Sorgfalt der Kreditgeber und zum Zustand des Marktes für Privatkredite aufgeworfen.