ADNOC und OMV bündeln Borouge-Anteile unter neuer Holding

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OMV treibt Borouge-Fusion voran
 © HANS KLAUS TECHT, THEMENBILD, APA
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Die neu geschaffene Holding Borouge Group International (BGI) hat 90 Prozent der Anteile am arabischen Petrochemiekonzern Borouge übernommen. Dies teilte Borouge am Montag in einer Pflichtveröffentlichung an der Börse in Abu Dhabi mit. Damit vollziehen der staatliche Ölkonzern Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und die österreichische OMV einen wichtigen Schritt zur Schaffung eines globalen Petrochemie-Riesen.

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BGI erwarb den Mehrheitsanteil von 54 Prozent an Borouge von ADNOC sowie die 36 Prozent vom österreichischen Petrochemiekonzerns Borealis, an dem die OMV die Mehrheit hält und ADNOC mit einem Minderheitsanteil beteiligt ist. Insgesamt kommt BGI damit auf 90 Prozent an Borouge. Die restlichen rund zehn Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz.

Mit dem Schritt setzen ADNOC und OMV ihre lang geplante Bündelung der Beteiligungen an Borouge und Borealis unter dem Dach von BGI um. In einem weiteren Schritt soll der nordamerikanische Kunststoffhersteller Nova Chemicals, der im Eigentum des Staatsfonds Mubadala in Abu Dhabi steht, in die Gruppe eingebracht werden. Der neue Konzern soll mit einer Kapazität von 13,6 Millionen Tonnen zum viertgrößten Polyolefin-Produzenten der Welt aufsteigen und seinen Sitz in Österreich haben. Nach Abschluss der Transaktion werden die OMV und der internationale ADNOC-Investmentarm XRG das neue Unternehmen gemeinsam besitzen.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass OMV und ADNOC den Börsengang des neuen Konzerns verschieben. Die Notierung in Abu Dhabi sowie eine Kapitalerhöhung seien nun vorbehaltlich der Marktbedingungen erst für 2027 geplant. Zudem soll die Dividende für 2026 halbiert werden, was auch zu geringeren Ausschüttungen für die OMV-Aktionäre führt.

Der Vollzug der Übernahme fällt in eine Zeit massiver geopolitischer Spannungen. Anlagen von ADNOC waren zuletzt Ziel iranischer Angriffe. Die Regierung in Teheran reagierte damit auf israelische Attacken auf ihre eigenen Gasanlagen im Zuge des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran. Wegen Störungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormuz musste die Tochter ADNOC Gas zuletzt ihre Produktion von Flüssigerdgas (LNG) anpassen. Zudem war in der vergangenen Woche ein großer Gaskomplex nach dem Fund von Raketentrümmern geschlossen worden. Aus Kreisen verlautete, die Fusion sei strategisch langfristig angelegt und werde trotz des regionalen Konflikts vorangetrieben.

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