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In China erlitt die Marke mit dem Stern einen Absatzrückgang um 27 Prozent auf 111.600 Stück. Dort sei der Markt "durch Modellzykluseffekte, makroökonomische Unsicherheiten und ein anspruchsvolles Marktumfeld geprägt" gewesen, heißt es in der Mitteilung. Modelleinführungen verbesserten die Absatzaussichten in China für die kommenden Quartale. Am größten Automarkt der Welt kämpft der Hersteller von Premium- und Luxusfahrzeugen mit schwacher Nachfrage und scharfer Konkurrenz. Ohne China wäre der Absatz um 5 Prozent gestiegen, hob Mercedes-Benz hervor.
In den anderen großen Märkten lief es besser: In den USA legten die Autoverkäufe um 20 Prozent auf 81.100 Einheiten zu, obwohl dort die stark erhöhten Importzölle das Geschäft erschweren. In Europa kletterte der Absatz um 7 Prozent auf gut 158.000 Autos.
Absatz seit Jahren rückläufig
Die Pkw-Verkäufe bei der Marke mit dem Stern gehen schon seit längerem zurück. 2023 stagnierten sie. Im Jahr 2024 hatte das Minus gegenüber dem Jahr davor 3 Prozent betragen. Im vergangenen Jahr verkaufte Mercedes etwas mehr als 1,8 Millionen Pkw, was einem Rückgang von 9 Prozent im Vergleich zu 2024 entsprach.
Mittelfristig soll die Pkw-Sparte wieder einen Absatz von rund 2 Millionen Fahrzeugen erzielen. Wann genau dieses Ziel erreicht werden soll, ließ das Unternehmen anlässlich der Bilanzpressekonferenz vor wenigen Wochen offen. Es sei jedenfalls nicht 2027 zu erwarten, aber vor dem Ende des Jahrzehnts.
Was Mercedes Hoffnung macht
Helfen sollen dabei zahlreiche neue Modelle. Die Resonanz der Kundinnen und Kunden auf die neuen Modelle sei hervorragend gewesen, betonte Vertriebs-Vorstand Mathias Geisen: "Mit der zunehmenden Verfügbarkeit unserer neuen Produkte konzentrieren wir uns darauf, das starke Kundeninteresse in den kommenden Monaten in eine positive Absatzdynamik zu überführen."
Getragen werden soll das Wachstum auch von einem Anstieg im Top-End-Segment, zu dem etwa die hochpreisigen S- und G-Klasse-Autos zählen, die hohe Gewinnspannen abwerfen. Für das Einstiegssegment, in dem traditionell mehr Volumen statt Marge erzielt wird, hatte das Unternehmen zudem einen Nachfolger für die auslaufende A-Klasse angekündigt.
Für das laufende Jahr zeigte sich Vertriebschef Mathias Geisen zuversichtlich. Der Auftragseingang übertreffe die Erwartungen deutlich, so etwa der Bestelleingang für die neue S-Klasse. Die Auftragsbücher für die neuen E-Modelle CLA, GLB und GLC seien bis weit in die zweite Jahreshälfte gefüllt. "Mit der zunehmenden Verfügbarkeit unserer neuen Produkte konzentrieren wir uns darauf, das starke Kundeninteresse in den kommenden Monaten in eine positive Absatzdynamik zu überführen", erklärte Geisen. In diesem Jahr soll der Pkw-Absatz auf Vorjahresniveau liegen.
STUTTGART - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/Bernd Weißbrod