E-Lkw: Technik hält, Ökonomie wackelt

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 © Johannes Mautner Markhof

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Der Großlogistiker Dachser zieht in Österreich eine zwiespältige Zwischenbilanz zum Einsatz von E-Lkws - und will die Transformation dennoch konzernweit fortsetzen.

Großlogistiker Dachser war vor zwei Jahren einer der ersten Großanwender von E-Lkws in Österreich. Jetzt zieht die Österreich-Tochter des Konzerns mit weltweit 37.000 Mitarbeitern und über acht Milliarden Euro Umsatz eine zwiespältige Zwischenbilanz. Daniel Brunnauer, General Manager der Dachser-Niederlassung in Wien: „Nach 180.000 Kilometern auf Wiens Straßen steht fest: Die elektrische Belieferung der Innenstadt funktioniert. Dass wir seit zwei Jahren trotzdem kein neues Fahrzeug nachgekauft haben, liegt nicht an der Technik, sondern daran, dass Markt und Politik noch nicht nachgezogen haben.“ Die hohen Anschaffungskosten der Fahrzeuge und die notwendige Infrastruktur führen dazu, dass E-Lkw derzeit noch nicht automatisch günstiger sind als Diesel-Lkw. Vor allem, klagt Brunnauer, die Kunden wollen grüne Logistik nicht extra honorieren: „Nachhaltigkeit wird eingefordert, bezahlt wird weiterhin zum Dieselpreis“.

Zwei zusätzliche E-Lkw-Linien in Österreich

Dennoch will Dachser insgesamt an der Transformationsstrategie sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr festhalten und parallel zum Fahrzeugeinsatz auch die Ladeinfrastruktur an den Niederlassungen ausbauen. Derzeit sind über 200 E-Lkw über 3,5 Tonnen für Dachser in Europa unterwegs, ab 2027 sollen in Österreich zwei zusätzliche Linien zwischen den Standorten Himberg und Hörsching auf E-Lkw umgestellt werden. „Wir evaluieren stets, wo der Einsatz von E-Lkw bereits heute wirtschaftlich Sinn ergibt und wie sich dies im Alltagsgeschäft abbilden lässt,“ betont der Konzern. Die technischen Kinderkrankheiten habe man jedenfalls überwunden: „Während sich frühe Generationen von E-Lkw im Alltagsbetrieb vereinzelt noch fehleranfällig zeigten, überzeugt die aktuelle Fahrzeuggeneration durch ihre Zuverlässigkeit und kann inzwischen vollständig in die Einsatzplanung integriert werden.“

Der Artikel ist im trend.PREMIUM vom 4. September 2026 erschienen und wurde aktualisiert.

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