"Neue Wiener Bauordnung wird Immobilienpreise anheizen"

"Neue Wiener Bauordnung wird Immobilienpreise anheizen"

Speziell auf das Wiener Umland könnte der nächste Preisschub zukommen. Viele werden nicht verkaufen wollen, wenn drei Viertel des jeweiligen Grundstücks, für geförderte Wohnungen zwangsgewidmet werden muss.

Die Preise für Immobilien sind im ersten Quartal 2019 vor allem in Wien so stark gestiegen wie seit vier Jahren nicht mehr. Die Preise dürften auch 2019 neuen Schub bekommen, vor allem wieder in Wien.

Die in den Grundbüchern hinterlegten Preise für Immobilien in Wien zeigen eines ganz klar: Die Immobilienpreise steigen österreichweit, vor allem aber in Wien. Seit dem Jahr 2000 sind die Immobilienpreise damit in Wien um 70 Prozent gestiegen.

In Österreich sind die Preise laut Statistik Austria im ersten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahr um rund fünf Prozent gestiegen. Erstmals seit viereinhalb Jahren war der Anstieg in der Hauptstadt mit 5,5 Prozent dabei wieder stärker als im Rest des Landes (+4,1 Prozent).

In den vergangenen 32 Jahren stiegen die Preise in Wien um durchschnittlich 5,6 Prozent pro Jahr, trotz einer deutlichen Schwächeperiode zwischen 1993 und 2004 aufgrund des geplatzten Immobilienbooms vor der Expo 1995 und der vorangegangenen Ablehnung durch die Volksbefragung 1991.

Preise für Eigentumswohnungen in Wien: Zwischen 2.510 Euro und 8.856 Euro pro Quadratmeter
Im Hinblick auf die Preise von Eigentumswohnungen zeigt sich vor allem in Wien eine hohe Bandbreite. Während im Bezirk Innere Stadt ein Durchschnittspreis von 8.856 Euro pro Quadratmeter erzielt wurde, rangierte der Bezirk Floridsdorf mit 2.751 Euro/qm am unteren Ende der Preisskala. In Vorarlberg zeigt sich, ebenso wie in Salzburg, mit Ausnahme von Tamsweg, eine vergleichsweise hohe Preiskonzentration über alle politischen Bezirke hinweg.

Novelle der Bauordnung, die Zwangswidmung vorsieht, dürfte Preise weiter treiben
Raiffeisen hat seine Prognose für den österreichischen Wohnimmobilienmarkt für 2019 bereits zu Beginn des Jahres nach oben revidiert und rechnet auf Basis ihres Prognosemodells mit einem Wachstum in der Größenordnung von 4,3 bis 5,3 Prozent. „Die Zahlen zum ersten Quartal 2019 lagen bereits am oberen Rand dieser Prognose“, so Raiffeisen Analyst Michael Heller. "Im Wiener Umland werden die Preise weiter bedingt durch die Auswirkungen aus der Novellierung der Wiener Bauordnung weiter angeheizt werden."

Länder und Gemeinden verfügen über großes Repertoire für Widmungsvorschriften
In Wien wurde die neue Widmungskategorie „geförderter Wohnbau“ eingeführt, mit dem Ziel, Grundstücksspekulation einzudämmen. Zwei Drittel der verkauften Grundstücksfläche müssen demnach für den geförderten Wohnbau zur Verfügung gestellt werden. In Spannungsfeld zwischen einem Eingriff in Eigentumsrechte und dem öffentlichen Interesse Wohnraum bereitzustellen, reicht das legislative Repertoire der Bundesländer und Gemeinden inzwischen von befristeten Baulandwidmungen über Infrastrukturabgaben bis hin zu Zwangsversteigerungen bei Nichtbebauung.

Tirol setzt auf Verdichtung statt auf Widmungsvorschriften
In Tirol geht der neue Raumordnungsplan „LebensRaum Tirol“ laut Raiffeisen in die richtige Richtung. Dort wird die Nachverdichtung gefördert. „Auch in Wien weisen Marktbeobachter immer wieder auf das große Potenzial von Nachverdichtungen, etwa durch Dachgeschossausbauten oder Reduzierungen von Wohnungsgrößen, hin.“ Doch bisher ohne großen Erfolg in der Politik.

Preise außerhalb Wiens dürften ebenfalls stärker steigen
In Summe schätzt Raiffeisen, dass sich der Trend zu stärker steigenden Preisen außerhalb Wiens, anders als im ersten Quartal 2019 beobachtet, weiter fortsetzen.

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