Expo Real: Die neuesten Investoren-Trends bei Wohn- und Gewerbeimmos

Expo Real: Die neuesten Investoren-Trends bei Wohn- und Gewerbeimmos

Die Auswahlkriterien für Büroimmos hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert.

Auf der Expo Real, Europas größte Immobilienmesse für Investoren, lassen sich die großen Trends für Wohn- und Gewerbeimmobilien gut ablesen. Welche Käufer verstärkt am Markt auftreten, wie sich die Preise kurzfristig entwickeln dürften und welche Trends es bei Gewerbobjekten gibt.

Die Expo Real in München, Europas größte B2B-Fachmesse für Immobilien und Investitionen, ist das Trendbarometer für die Entwicklungen am europäischen Immobilienmarkt. Dort haben über 2.000 Unternehmen aus der Immobilienwirtschaft ihre Angebote offeriert. Was 2019 die Investoren bewegt, welche Investoren verstärkt in Europa auftreten, was bei Büroimmos gefragter ist als früher, was der Brexit die Immopreisen in Kontinentaleuropa bewegt.


Was Investoren vor drei Jahren schon zu einem hohen Preis gekauft haben, können sie schon wieder mit beachtlichem Gewinn verkaufen

Hoher Anlagedruck führt zu weiter steigenden Preisen
Dabei zeigte sich auch dieses Jahr, dass der Aufwärtstrend an den Investmentmärkten ungebrochen ist: „In den Vorjahren war die Stimmung bereits ausgezeichnet, aber 2019 übertrifft nochmals unsere Erwartungen“, sagt Michael Ehlmaier, Geschäftsführer von EHL Immobilien. „Das aktuelle Niedrigzinsumfeld und der hohe Anlagedruck der Investoren befeuern die Nachfrage nach Immobilieninvestments weiter.“ Dazu kämen immer mehr internationale Investoren aus dem mittleren Osten und Asien nach Europa. „Das treibt die Preise weiter nach oben“, so Ehlmaier. Die Gewinne die Immoinvestoren derzeit machen, können sich sehen lassen. „Was Investoren vor drei Jahren schon zu einem recht hohen Preis gekauft haben, können sie heuer mit beachtlichem Gewinn schon weiterverkaufen“, so der EHL-Immoprofi.

Auch österreichische Immos profitieren von Brexit-Unsicherheit
Ein zusätzlicher Treiber für die Märkte in Kontinentaleuropa ist der chaotisch verlaufende Brexit: „Die Verunsicherung über den Verbleib oder Nicht-Verbleib Großbritanniens in der EU und den fraglichen Zeitpunkt des Austritts bringt einiges an Kapital auf das Festland und davon profitiert auch der österreichische Immobilienmarkt,“ so Ehlmaier.


Objekte für Hospitality boomt heuer so stark wie nie zuvor

Wohnen 2019 – Micro- und Co-Living als Topthemen 2019 schlägt nach langem wieder die Stunde der Assetklasse Wohnen. Damit sind aber nicht mehr nur langfristig vermietete Wohnhäuser gemeint: Neue Wohnformen, wie Serviced Apartments oder Senioren- und Studentenwohnen, haben stark an Bedeutung gewonnen. Gemeinsam mit den Segmenten Hotel und vermietete Gesamtobjekte werden diese von der Branche nun unter dem Begriff „Hospitality“ zusammengefasst. „Dieser Markt boomt heuer so stark wie nie zuvor“, so Franz Pöltl, Geschäftsführer von EHL Investment Consulting

„Immobilienentwickler haben auf Trends im Wohnbereich, wie den stetig steigenden Anteil an Singlewohnungen, und auf Veränderungen in der Demographie, wie die wachsende Zielgruppe der Senioren und deren Bedürfnisse, reagiert und neue Immobilienlösungen, von Micro Living über Co-Living bis hin zu Serviced Living, präsentiert. Die Investoren nehmen diese Innovationen gut an und fast kein Gespräch auf der EXPO kommt laut EHL ohne dieses Thema aus.

Kräftiger Anstieg der Immopreis bis Jahresende erwartet
Pöltl erwartet 2019 ein starkes Schlussquartal. „Der Anlagedruck der Investoren ist extrem und die jüngste Zinsentscheidung der EZB hat diesen noch einmal verstärkt.“ Für am Markt ohnehin recht seltene Top-Immobilien ist bereits ein regelrechter Bieterwettstreit zu beobachten. „Das wird dazu führen, dass die Preise bis Jahresende noch einmal ansteigen werden und die Renditen noch mehr unter Druck geraten.“ Für den österreichischen Markt geht Pöltl nach dem Rekordergebnis im dritten Quartal von 1,8 Milliarden Euro davon aus, dass das vierte Quartal ähnlich stark wird. „Damit ist für das Gesamtjahr 2019 nicht nur der Spitzenwert von 2017 mit 4,7 Milliarden Euro in Reichweite, es erscheint sogar ein neuer Rekord möglich.“

Büromarkt: Qualität so wichtig wie nie zuvor
„Die Nachfrage auf dem heimischen Büroimmobilienmarkt konzentriert sich so deutlich wie vielleicht nie zuvor auf das Qualitätssegment und Wien liegt damit im internationalen Trend“, stellt Stefan Wernhart, Chef EHL Gewerbeimmobilien fest. Erstbezüge in Top-Lagen in Österreich und hochwertig sanierte Bestandsimmobilien sind besonders gefragt. Die 2018 und 2019 fertiggestellten Objekte sind nahezu voll vermietet. Die Leerstandsrate wird damit bis Ende 2019 auf ein neues Rekordtief sinken.

Mitarbeiter statt Prestige stehen bei Immoauswahl im Vordergrund
Auffällig ist, dass sich die Kriterien, an denen die Qualität der Objekte bemessen wird, deutlich von früheren starken Marktphasen unterscheiden. „Früher sollten mit einem prestigeträchtigen Firmensitz primär Kunden, Mitbewerb und Öffentlichkeit beeindruckt werden. Heute stehen laut EHL die Mitarbeiter im Fokus. Eine gute, öffentlich leicht erreichbare Arbeitsstelle, in der man auch die modernen Arbeitsplatzkonzepte umsetzen kann, stellt im „War for Talents“ einen wichtiges Asset dar. Die Unternehmen seien bereit, für diesen auch einiges zu investieren.

Die sich abzeichnende rezessiven Tendenzen der europäischen Wirtschaft sind dagegen am Immobilienmarkt noch kein Thema.

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