Investieren in Immobilien: Wiener Zinshäuser stehen als Anlage gut im Kurs

Gute Immobilien in bester Lage erweisen sich trotz temporärer Schwankungen als weitgehend krisenfest.

Das Haus in der Maxingstraße im 13. Wiener Gemeindebezirk gegenüber von Schönbrunn strahlt trotz des verblassten Kaisergelbes noch immer einen frischen Biedermeiercharme aus. Und hat sich in den Finanzkrisen des vergangenen Jahrhunderts als ziemlich wertstabil erwiesen. Die spätere Botschaftsresidenz wurde im Jahr 1910 laut Grundbuch für 172.000 Kronen (entspricht heute 845.000 Euro) verkauft. Elf Jahre später war das Gebäude bereits zwei Millionen Kronen wert, das entsprach aber aufgrund der Hyperinflation nur noch 55.000 Euro. Das war aber nur ein temporärer Einbruch. Friedrich Csörgits, Geschäftsführer der Aucon Immobilien: „Heute müsste man zwischen 700.000 und einer Million Euro für das insgesamt 1.970 Quadratmeter große Anwesen zahlen.“

Wertbeständige Wattmanngasse
Ein ähnliches Schicksal hat das Zinshaus in der Wiener Wattmanngasse 14 mitgemacht. 1895 noch umgerechnet 261.900 Euro teuer, schmolz der Wert 1923 auf einen Bruchteil zusammen. In den 70er-Jahren wurde es um 368.479 Euro verkauft. Heute ist das Haus aufgrund der exzellenten Ruhe­lage etwa zwei Millionen Euro wert. Solche Wertbeständigkeit ist allerdings nur bei Top-Objekten in guter Lage zu erwarten. Schlecht gedämmte Durchschnittsgebäude aus den 50er- und 60er-Jahren fallen seit Jahren im Preis.

Boomende Nachfrage  
Immobilien ­erleben als Anlageobjekt der Begierde seit etwa einem halben Jahr eine Renaissance. Verunsicherte und enttäuschte Aktieninvestoren flüchten in den Häuserkauf. „Eine Immobilie ist jetzt nicht spektakulär in punkto Erträge oder Wertsteigerungen, sondern einfach ein sicherer Hafen für das Vermögen von Privatan­legern“, erklärt Eugen Otto, Eigentümer der Otto-Immobiliengruppe. Das größte Potenzial räumt der Immo-Experte Zinshäusern ein, von denen es etwa 40.000 in Wien gibt. Schon ab 500.000 Euro sind Investoren mit dabei. Dass sich ein Kauf in der Vergangenheit rechnete, zeigt das Beispiel eines Altzinshauses im ersten Wiener Bezirk mit 3.000 Quadratmeter Nutzfläche: 1970 war das Haus eine Million Schilling (293.300 Euro nach heutiger Kaufkraft) wert, heute sind es 20 Millionen Euro.

Ertrag kam mit Gesetz
Vor dem Mietrechtsgesetz von 1982 und der Novelle 1985 brachten Immobilien allerdings so gut wie keinen Ertrag, da die Mieten festgesetzt waren. Auch die simple Erhaltung war durch Mieteinnahmen kaum möglich. Immobilienkenner Otto: „Mit der ersten Novelle hat die wirkliche Wertentwicklung von Zinshäusern begonnen. Eine zukunfts­sichere Anlage ist auch die Eigentumswohnung in guter Lage. Bei solider Vermietung sind jährlich drei bis vier Prozent Rendite möglich.“
Aucon-Geschäftsführer Friedrich Csörgits warnt aber vor übertriebenen Preisvorstellungen: „Immobilien rechnen sich selten als kurzfristige Anlage. Zum Beispiel war von 1994 bis 2003 eine Sta­gnation bei den Preisen zu beobachten. Außerdem müssen erst einmal die hohen Transaktionsspesen von zehn Prozent zurückverdient werden.“

Ingrid Krawarik

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