Immo-Ertragsteuer auf Eigenheime: Der Streit geht weiter

Immo-Ertragsteuer auf Eigenheime: Der Streit geht weiter

Trautes Heim: Der Fiskus will beim Verkauf mitschneiden, wenn das Grundstück 1000m² oder größer ist.

Nach dem jüngsten Urteil des Bundesfinanzgerichts ist beim Verkauf des Eigenheimes künftig in bestimmten Fällen eine Immobilienertragsteuer zu zahlen. Wie das Urteil begründet ist, welches Gegenargument ein Steuerexperte der TPA hat und wie es jetzt in dieser Causa weiter geht.

Der Verkauf von Eigenheimen oder Eigentumswohnungen, also jener Immobilie, an der man seinen Hauptwohnsitz gemeldet hat, ist samt Grund und Boden grundsätzlich von der Immobilienertragsteuer befreit. Wenn die Grundstücksfläche jedoch eine bestimmte Größe übersteigt, fällt dennoch eine Immobilienertragsteuer für den diese Größe übersteigenden Teil an.

Maximal 1.000 m² steuerbefreit

Nach Ansicht der Finanzverwaltung ist dies bei Grundstücken mit einer Fläche bis maximal 1.000 m² - bezogen auf die Gesamtgrundstücksgröße und nicht auf den reinen Gartenanteil – nicht der Fall. Wenn der Grundanteil jedoch 1.000 m² übersteigt, ist jedoch nach Ansicht der Finanz dieser Anteil steuerpflichtig, wenn es zu Veräußerungserlösen kommt.

Befreiung der Gesamtgrundstücksfläche

Dem hält jedoch Gunther Lang, Steuerberater, Immobilienexperte und Partner bei TPA entgegen: „Die Steuerbefreiung müsste auch dann zustehen, wenn die Gesamtgrundstücksfläche, also Gebäude samt offenkundig zum Gebäude gehörender Grundstücksfläche, größer als 1.000 m² ist.“ Lang beruft sich auf ein Erkenntnis des Bundesfinanzgerichts (BFG) vom 17. April 2015. Daraus geht hervor, dass es dem Gesetz nach keine größen- oder betragsmäßige Beschränkung des Begriffes „Eigenheim samt Grund und Boden“ zu entnehmen ist. Lang: „Das ist deshalb sinnvoll, da die ortsübliche Größe des Bauplatzes vom Steuerpflichtigen nicht beeinflussbare Faktoren sind wie Ausmaße des Grundstücks und vorgeschriebene Abstand zur Straße oder Bebauungsdichte als maßgeblich Kriterien für die Größe eines Grundstücks“

Wie groß ist ein Bauplatz üblicherweise?

Der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) hat nun am 29. März 2017 das Urteil des Bundesfinanzgerichts aufgehoben und ist zu dem Urteil gelangt, dass der unbestimmte Begriff des Eigenheims samt Grund und Boden so auszulegen ist, dass dem begünstigten Eigenheim Grund und Boden der „üblicherweise als Bauplatz erforderlich ist“ zuzuordnen ist. Die Beurteilung, welche Grundstücksgröße „üblicherweise für einen Bauplatz erforderlich ist“, richtet sich nach der Verkehrsauffassung. Die Frage, welche Grundstücksgröße nach der Verkehrsauffassung „üblicherweise für einen Bauplatz erforderlich ist“, ließ der VwGH jedoch offen.

1000 m²-Grenze hält derzeit

„Es bleibt abzuwarten, ob das Bundesfinanzgericht in seiner nun neuerlich erforderlichen Entscheidung die „üblicherweise als Bauplatz erforderliche Grundstücksgröße“ als einen absoluten oder beweglichen, also von der Ortsüblichkeit abhängigen Wert definieren wird“, erläutert TPA Experte Lang. Laut BMF wird zunächst jedoch bis auf weiteres an der 1.000 m² Grenze festgehalten. Lang: „Der Ball liegt somit wieder beim BFG, der nun erneut entscheidet.“

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