Immobilienmarkt in Kärnten zeichnet sich durch große Preisunterschiede aus

Der Kärntner Immobilienmarkt ist kein einheitlicher: Zwischen den einzelnen Regionen gibt es große Preisunterschiede. Wer ein Haus kaufen möchte, sollte sich gut über die Preislage in den einzelnen Wohngegenden informieren.

Immobilienmarkt in Kärnten zeichnet sich durch große Preisunterschiede aus

Remax Austria erhebt seit 2009 jedes Jahr Zahlen rund um die Entwicklung, Preise und Veränderungen auf dem österreichischen Immobilienmarkt und veröffentlicht sie im ImmoSpiegel. Dieser Marktüberblick beinhaltet alle Kauftransaktionen, die im amtlichen Grundbuch verbüchert wurden.

Im ersten Halbjahr 2019 wurden 527 Einfamilienhäuser in Kärnten verkauft. Durchschnittlich bezahlten die frischgebackenen Eigentümer 197.753 Euro für ihr Häuschen. Wie auch in den letzten Jahren zeichnete sich Kärnten durch große Preisunterschiede in den einzelnen Regionen aus.

Daten: Durchschnittspreise in Kärnten für Einfamilienhäuser im ersten Halbjahr 2019. RE/MAX-ImmoSpiegel / IMMOunited GmbH, die Experten für Immobiliendaten

Geografisch gesehen verzeichneten die mittleren Bezirke Kärntens – also Feldkirchen, Villach sowie Klagenfurt (Stadt und Land) deutlich höhere Kaufpreise bei Einfamilienhäusern als die Randgebiete Kärntens. In der Landeshauptstadt Klagenfurt zahlten Hauskäufer im Schnitt 261.752 Euro. Das liegt sogar über dem österreichischen Durchschnitt von rund 248.700 Euro.

Deutlich günstiger waren die Kaufpreise in Feldkirchen mit 210.363 Euro. Am wenigsten zahlten Einfamilienhauskäufer in St. Veit mit durchschnittlich 155.129 Euro.

Hauskauf nicht auf die leichte Schulter nehmen

Ganz gleich, ob Interessenten ein Häuschen in Kärnten oder in einem anderen Bundesland Österreichs kaufen möchten: Sie sollten den Immobilienerwerb gut planen, damit sie sich bei der Investition nicht verkalkulieren. Diese fünf Tipps helfen dabei.

1. Grundverkehrsgesetz beachten: Jedes Bundesland hat eigene Gesetze rund um den Immobilienerwerb. Abhängig davon, ob angehende Käufer in Kärnten oder in einem anderen Bundesland ein Haus erwerben möchten, sollten sie eine Genehmigung der jeweiligen Grundverkehrsbehörde einholen.

2. An die Nebenkosten denken: Zusätzlich zur reinen Kaufsumme der Immobilie sollten Interessenten auch die Nebenkosten in ihre Budgetplanung einbeziehen. Zu den Nebenkosten eines Wohnungs- oder Hauskaufs zählen:

  • Notarkosten: 1-2 Prozent des Kaufpreises, zzgl. Mehrwertsteuer
  • Grunderwerbssteuer: 3,5 Prozent des Kaufpreises
  • Grundbucheintragung: 1,1 Prozent des Kaufpreises, bei Hypothek zusätzlich 1,2 Prozent der Darlehenssumme
  • ggf. Kosten für das Darlehen

Wer für den Immobilienkauf die Leistungen eines Maklers in Anspruch nimmt, muss auch die Maklercourtage mit rund drei Prozent des Kaufpreises, zuzüglich Mehrwertsteuer einkalkulieren.

3. Immobilienbesichtigung mit Sachverständigem: Liebäugelt ein Interessent nach der Immobilienbesichtigung mit dem Kauf der Immobilie, sollte er die Wohnung oder das Haus noch einmal zusammen mit einem Bauexperten besichtigen und ein Gutachten erstellen lassen. Der Sachverständige prüft die Immobilie auf Mängel und kann zudem einschätzen, wie hoch in etwa die Kosten für Mängelbeseitigungen oder Umbaumaßnahmen ausfallen werden. Nur so lässt sich die Finanzierung realistisch planen.

4. Energieausweis nicht vergessen: Vor Abschluss des Kaufvertrags haben Immobilienkäufer das Recht, den Energieausweis einzusehen. Schließlich listet er wichtige Informationen rund um den Energiebedarf des Gebäudes auf, was für die Kaufentscheidung sehr wichtig ist. Darüber hinaus haben Käufer Anspruch, spätestens vierzehn Tage nach Kaufabschluss den Energieausweis ausgehändigt zu bekommen.

5. Auf Vollständigkeit der Unterlagen achten: Spätestens bei der Hausübergabe sollten Käufer alle Unterlagen rund um die Immobilie erhalten. Dazu zählen unter anderem Betriebsanleitungen, Wartungspläne und Hauspläne. Darüber hinaus sollten sich die frischgebackenen Eigentümer zeigen lassen, wo der Sicherungskasten, der Kontrollschacht für das Hausabwasser, die Abstellhähne fürs Frischwasser, der Schornsteinfegerausstieg sowie der Wasser- und der Stromzähler ist.

Eine gute Planung des Hauskaufs schützt vor unvorhergesehenen Unkosten und Ärger. Aus diesem Grund sollten sich angehende Eigenheimbesitzer Zeit nehmen, mehrere Angebote vergleichen und sich bei der Vertragsunterzeichnung nicht unter Druck setzen lassen.

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