Wohnkosten: So teuer ist Österreich im Europavergleich

Wohnkosten: So teuer ist Österreich im Europavergleich

Wohntraum mit Aussicht: Für einen solchen Blick werden Höchstpreise verlangt.

In 15 Kategorien wurden verschiedene Aspekte rund ums Wohnen in Europa verglichen. Das Resultat zeigt, dass Wohnen in Österreich mittlerweile recht teuer ist. Aufgrund der durchschnittlich relativ hohen Einkommen ist die Belastung durch Wohnkosten allerdings grundsätzlich erträglich.

Noch vor wenigen Jahren war Österreich hinsichtlich der Preise für Eigenheime im Vergleich zu anderen europäischen Ländern eine Insel der Seligen. Das ist vorbei. Mittlerweile zählt Österreich im Europavergleich zu den Ländern mit den höchsten Preisen - gemessen an den Preisen für Innenstadt-Lagen in der Top-Stadt der Länder.

Vergleicht man die Preise für 120-Quadratmeter Wohnungen in den Top-Innenstadtlagen, so muss man in Österreich 11.559 Euro pro Quadratmeter zahlen. Nur in Frankreich und Großbritannien sind die Preise pro Quadratmeter in der jeweils wichtigsten Stadt höher. 12.796 Euro pro Quadratmeter sind es Top-Lagen in Frankreich im Schnitt. Im wirtschaftlich seit Jahren boomenden Deutschland wird in der Innenstadt der wichtigsten Stadt im Schnitt nur 4.326 Euro pro Quadratmeter verlangt. In Holland sind es 6.902 Euro.

Die "wichtigste Stadt" kann eine administrative Hauptstadt bedeuten, aber auch eine Stadt, die ein Finanzzentrum bildet oder eine, die den wichtigsten Immobilienmarkt des Landes repräsentiert.

Wohnen in Europa

Das E-Commerce Interior Label MYCS hat zum Thema "Wohnen in Europa" weitere Daten gesammelt. Der Vergleich zeigt, dass Eigentumswohnungen im Osten Europas nach wie vor deutlich billiger sind. In Polen zahlt man 2.973 €/m2 für eine 120-Quadratmeter-Wohnung in Top-Lage. In Ungarn 2.515 Euro. In Slowenien muss man durchschnittlich 2.922 Euro einkalkulieren. Spitzenlagen in Tschechien zählen mit 3.831 Euro zu den Ost-Ländern mit den höchsten Preisen für ein Eigenheim. Wer sich in Griechenland niederlassen will, muss im Schnitt mit 2.846 Euro rechnen, wenn es denn ein Blick oder die Nähe der Akropolis sein soll.

Innerhalb Österreichs sind Mietwohnungen naturgemäß in Wien am teuersten. In der Landeshauptstadt zahlt man für eine Ein-Zimmerwohnung im Stadtzentrum im Schnitt 781 Euro. In der Schweiz muss man für eine Wohnung in der Innenstadt Zürichs 1.515 Euro hinblättern. Dort ist das durchschnittliche Nettoeinkommen aber mit 4.370 Euro um fast die Hälfte höher als in Österreich. In Deutschland werden für Mieten im Zentrum im Schnitt pro Monat 676 Euro verlangt.

Den stark gestiegenen Immobilienpreisen der vergangenen Jahre zum Trotz leidet in Österreich, nur ein kleiner Teil der Bevölkerung (7,2 Prozent) unter zu hohen Mietkosten. In Deutschland sind es rund doppelt so viele. Dort stehen 15,8 Prozent der Einwohner aufgrund der Last der hohen Wohnkosten unter Druck. Die Schmerzgrenze wurde aber auch hoch angesetzt. Eine Überbelastung liegt demnach erst dann vor, wenn Haushalte über 40 Prozent ihres verfügbaren Nettoeinkommens für die Miete ausgeben.

Vergleichsweise wenig Österreicher leben in Städten

Der Druck auf die Städte ist in Österreich in Bezug auf die aktuell hier lebende Bevölkerung gering. Der Verstädterungsgrad, ein Indikator wie viel Prozent der Bevölkerung in der Stadt leben, ist vergleichsweise gering. 30,1 Prozent der Menschen leben hier in der Stadt. In Frankreich sind es 45,3 Prozent. In Großbritannien fast 60 Prozent, in Spanien über 50 Prozent. Vergleichsweise wenige leben auch in Deutschland in Städten (36,1 Prozent).

Anders als in vielen anderen Ländern Europas ist dafür der Anteil der Mieter in Österreich überdurchschnittlich hoch. 45 Prozent der Haushalte leben in Mietverhältnissen. Rund ein Drittel des Wohnungsmarktes fällt dabei auf die Hauptstadt Wien.

Bei der Errichtung von Wohnungen pro 1.000 Einwohner, liegt Österreich mit einer Rate von 7,8 Prozent im guten Durchschnitt. In Frankreich sind es nur 6,4 Prozent. Ungarn zählt mit 5,2 Prozent zu jenen Ländern, die die wenigsten Wohnungen pro Einwohner bauen. Im Nachbarland Tschechien ist die Intensität der Wohnungsentwicklung mit 7,2 Prozent ähnlich hoch wie hierzulande. In Deutschland ist die Entwicklung ähnlich.

Wohnen in Österreich: Die Details im Überblick

Einwohnerzahl: 8,8 Mio.
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 106
Durchschnittliches Nettojahreseinkommen: 20.543 € (Frauen: 16.623 €, Männer: 24.339 €)
Durchschnittlicher Mietaufwand: 669 €/Monat
Anteil der Mietwohnungen: 45 %
Durchschnittlicher Mietpreis: 781 €/Monat (in Wien)
Durchschnittspreis Eigentumswohnung: (120 m² , im Zentrum Wiens: 11.559 €/m²)
Anteil der Ausgaben für die Wohnung: 21 %
Gesamtausgaben für Möbel: 5.195 Mio. € / Jahr
Durchschnittliche Haushaltsgröße: 2,2 Personen
Durchschnittliche Zimmer-Anzahl : 1,6 / Person
Wohnungsentwicklung: (fertiggestellte Wohnungen pro 1.000 Einwohner: 7,8)
Überbelastung durch Mietkosten: 7,2 % der Mieter
Verstädterungsgrad: 30,1 %
Wohnungen mit Grundausstattung: 99 %

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