Die 8 wichtigsten Immobilien-Trends 2019

Die 8 wichtigsten Immobilien-Trends 2019

Die MIPIM in Cannes ist einer der größten Immobilienmessen der Welt und damit wichtiges Stimmungsbarometer für Investoren.

Die MIPIM in Cannes, eine der wichtigsten internationalen Immobilienmessen für Investoren, ist ein wichtiges Stimmungsbarometer für die europäische aber auch der globalen Immobilienbranche. Die wichtigsten Trends des Jahres.

So schön wie 2018 kann es nicht immer sein. So war das Vorjahr für die Immobilienbranche noch ein Rekordjahr. Die Nachfrage ist zwar weiterhin hoch, aber die Dynamik lässt bereits nach. Investoren haben Risiken wie mögliche Zinserhöhungen und drohende Folgen eines Brexit im Blick, wenn sich viele Teilnehmer auf der internationalen Fachmesse für Immobilien, der MIPIM in Cannes, die vom 12 bis 15. März stattfindet, auch weiterhin optimistisch geben. Denn eine Talfahrt wird vielfach nicht erwartet.


Marktteilnehmer agieren nicht euphorisch, sondern rational

„Die Kennzahlen sind gut, die Stimmung ist positiv. Die Marktteilnehmer agieren zwar offensiv, aber nicht euphorisch, sondern rational. Eine gesunde Mischung und man kann davon ausgehen, dass sich die großen Immobilienmärkte in den kommenden Jahren stabil aufwärts entwickeln werden", befindet Michael Ehlmaier, Geschäftsführer der EHL-Gruppe, der auf der Messe vor Ort ist.

Das Interesse an der Messe ist groß. Insgesamt tummeln sich am Ausstellungsgelände 3.800 Aussteller, um sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Rund 270 Aussteller aus Österreich sind heuer dabei, ebenfalls etwas mehr als im Vorjahr. Auf der Messe treffen sich Fachleute, Planer, Ingenieure, Städtebauer, Finanzierer, Vertreter von Städten, Makler und Berater aus aller Welt, um ihre Ideen und Projekte zu präsentieren. Mit rund 26.000 Teilnehmern aus etwa 80 Ländern ist die MIPIM eine der größten Immobilienmessen der Welt.

Österreich: Markt mit geringem Risiko und niedrigen Leerstandsraten
Österreich als Immomarkt ist gut aufgestellt. So sind die österreichischen Märkte im internationalen Vergleich nach Einschätzung Ehlmaiers weiterhin überdurchschnittlich attraktiv: „Investoren schätzen das vergleichsweise geringe Risiko und die niedrigen Leerstandsraten, Mieter das stabile Mietniveau und das konstante soziale und wirtschaftliche Umfeld. Wir nehmen deshalb auch heuer wieder am Österreich-Stand ein großes Interesse internationaler Player wahr.“

Die wichtigsten Trends

MIPIM-Immobilenmesse 2019

1. Nachhaltigkeit und neue Technologien
Eines der großen Themen auf der Immo-Investoren-Messe ist die Nachhaltigkeit. So verändern hohe Energiepreise, der Klimawandel und gestiegene Vorschriften die Anforderungen an die Immobilienindustrie. Auch mit den Einflüssen von virtueller Realität, künstlicher Intelligenz, Blockchain, 3D-Druck und der Umgang mit großen Datenmengen setzt man sich auf der Immobilienmesse auseinander. Ebenso damit wie Renditen im digitalen Zeitalter optimiert werden können.

2. Mehr Geld von Kapitalmärkten wird wieder in Immobilien umgeschichtet - Korrektur bei Gewerbeimmos möglich
Trotz steigender Risiken am Markt, gibt man sich auf der Messe entspannt. "Die Nachfrage nach Immobilieninvestitionen übersteigt das Angebot deutlich", so EHL-Boss Ehlmaier. Während aber bisher Immobilien vor allem als Alternative zu festverzinslichen Veranlagungen genutzt wurden, fließe aufgrund der sich verlangsamenden Konjunktur und damit verbundenen unsichereren Aussichten an den Börsen wieder mehr Kapital aus den Aktienmärkten in Immobilienveranlagungen.
Angesichts der nachlassenden Konjunktur rechnen verschiedene Experten dennoch an den Gewerbeimmobilienmärkten mit einer Korrektur. Wie an den Aktienmärkten werden in einem unsicheren Marktumfeld auch Investments in solche Objekte schwieriger.

3. Großinvestments mit vielfältigeren Finanzierungen als früher
Die klassische Finanzierung aus Eigenkapital und Hypothekarkredit wird immer mehr zum Auslaufmodell. Große Investments werden mittlerweile überwiegend mit einem komplexen Mix aus Eigenkapital, Mezzaninkapital, Junior Loans (unbesicherte Kredite) und Senior Loans (besicherte Kredite) finanziert. "Es waren noch nie so viele Anbieter innovativer Finanzierungsformen bei der MIPIM wie heuer", so Franz Pöltl, Geschäftsführer der EHL Investment Consulting.

4. Investoren aus Asien, dem Nahen Osten und in der EU suchen Austro-Objekte
Österreich ist bei Investoren stark gefragt und zwar nicht nur von deutschen Anleger, für die Österreich faktisch einen erweiterten Heimmarkt darstellt, sondern von Großinvestoren aus dem EU-Raum, Asien und dem Nahen Osten. Besonders auffällig ist dabei, dass auch für ausländische Investoren Wohnen mittlerweile die am stärksten nachgefragte Assetklasse ist. „Dabei werden mittlerweile nicht mehr nur Wiener Objekte gesucht, sondern auch gute Projekte in den Bundesländern erfreuen sich steigender Beliebtheit“, erklärt Pöltl.

5. Sharing Economy erobert Markt für Büro- und Einzelhandelsimmobilien
Sharing-Modelle sind auch in der Immobilienbranche zu einem großen Thema geworden. Im Büroneubau werden gemeinsam nutzbare Büroflächen wie Shared Space oder Co-Working bereits am stärksten nachgefragt. Auch im Bereich Einzelhandelsflächen entwickeln sich neue Nutzungsformen, bei denen unter dem Sammelbegriff „Shared Retail“ Mietflächen von mehreren Einzelhändlern gemeinsam oder abwechselnd genutzt werden. „Die Investoren registrieren die strukturellen Probleme des stationären Einzelhandels und stehen innovativen Strategien daher positiv gegenüber“, erklärt Stefan Wernhart, Geschäftsführer der EHL Gewerbeimmobilien.

6. Senioren-, Studentwohnungen und Wohnungen mit Fitnessbereich, Hauskino und Grillzonen beliebt
Einer der Trends, auf die immer stärker gesetzt wird, ist eine gute Durchmischung innerhalb eines Gebäudes oder eines Stadtviertels, sowohl in ökonomischer als auch in sozialer Hinsicht. Die traditionelle Einteilung des Marktes in wenige Assetklassen (Büro, Wohnen, Einzelhandel, Hotel, Logistik) wird zunehmend durch eine Vielzahl von Misch- und Unterformen ergänzt. Besonders spürbar ist das laut Sandra Bauernfeind von EHL im Bereich Wohnen: „Die Investoren sind dabei, eine Entwicklung nachzuvollziehen, die wir bei den Nutzern bereits seit längerem sehen." So werden neben der klassischen Wohnung verstärkt Wohnmöglichkeiten mit Zusatzservices sowie Sonderformen wie Studentenwohnungen, Senioren- oder Kurzzeitwohnen gesucht. Im Hochpreissegment sind Zusatzflächen wie Fitnessbereiche, hauseigene Kinosäle, Grillzonen auf gemeinsamen Freiflächen oder exklusive Weinkeller immer wichtiger. Investitionen in solche Objekte müssen anders kalkuliert werden und erfordern zusätzliches Know-How, sind aber auch besonders attraktiv, auch für Investoren.

7. Boom bei Logistikflächen hält an
Auch traditionelle Anlageklassen und da vor allem Lagerhäuser und Logistikzentren, sind bei den Investoren gefragt, wie Ronan Vaspart, Direktor der MIPIM in einem Interview erklärt. Der Grund ist der anhaltende Boom beim Online-Shopping, was eine steigende Nachfrage nach Logistikdrehscheiben nach sich zieht.

8. Kleine Großstädte profitieren durch Digitalisierung bei Immobiliennachfrage
2018 wurden in vielen Ländern Europas vermehrt Immo-Flächen in kleineren Großstädten und jenen mittlerer Größe, die über größere Gewerbebetriebe verfügen, nachgefragt. Die steigende Nachfrage von Mietern in solchen Städten, ließe laut Vaspart auf einen anhaltenden Trend schließen. Weshalb sich auch immer mehr Städte, wie etwa Lyon oder Münster, auf der Messe um internationale Investoren bemühen.

Der Wert eines Investments wird sich zukünftig nach Einschätzung von Messeteilnehmern auch stärker an digitalen Infrastruktur eines Gebäudes und der flexiblen Flächennutzung messen lassen.

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