
Designierter Oberbank-CEO Martin Seiter.
©Joachim HaslingerDesignierter Oberbank-Chef Martin Seiter präsentiert statt Franz Gasselsberger gute Halbjahreszahlen.
Nicht der langjährige und noch bis Ende des Jahres im Amt befindliche CEO Franz Gasselsberger, sondern sein designierter Nachfolger Martin Seiter durfte erstmals die Halbjahresergebnisse der Oberbank präsentieren. Der 41-Jährige absolvierte seinen Auftritt – so wie auch sein Vorgänger – mit einigem Selbstbewusstsein. „Ich habe mich als Ebenseer in Gmunden durchgesetzt. Wenn man das schafft, schaftt man es in der ganzen Welt“, meinte Seiter mit einem Augenzwinkern. Denn Seiter setzte sich vor 15 Jahren als jüngster Filialleiter der Oberbank in Gmunden durch und kletterte die Karriereleiter rasch nach oben. Seit 2020 ist er nun im Vorstand der Oberbank, im März wurde er zum Nachfolger für Gasselsberger bestellt.
Das Selbstbewusstsein des Neuen an der Oberbank-Spitze ist wohl auch auf die guten Zahlen des Instituts zurückzuführen. „Nicht einmal ich habe mit so einem starken Ergebnis gerechnet“, sagt der Banker stolz, der von dem „herausragenden zweiten Quartal“ überrascht wurde. So konnte der Überschuss nach Steuern im Halbjahr um elf Prozent auf 199 Millionen Euro erhöht werden, das Firmenkreditvolumen stieg um knapp fünf Prozent auf 18,6 Milliarden Euro an. Der Mittelstand und die Industrie zeigten sich sehr krisenresistent, versicherte Seiter. Dennoch wollte er keinen genaueren Ausblick geben und auch die Gewinnprognose nicht anheben, denn: „Wir fahren weiter auf Sicht. Ein präziser Ausblick ist in dem Umfeld nicht möglich.“ Als Unsicherheitsfaktoren nannte er neben geopolitischen Risiken auch die Auswirkungen der Dürre.
EZB ante portas
Das starke Wachstum der Oberbank führt dazu, dass das Institut ab 2028 von der EZB beaufsichtigt wird (ab 30 Milliarden Euro Bilanzsumme). „Ich freue mich auf die Beaufsichtigung durch die EZB. Das ist ein weiteres Qualitätskriterium für die Bank“, ist Seiter überzeugt. Fit sei die Bank jedenfalls schon jetzt für die EZB.
Was er anders machen werde als sein Vorgänger, ließ Seiter noch offen, aber „natürlich habe ich einen Plan“. Details nannte er vier Monate vor seinem offiziellen Antritt noch nicht, klar sei allerdings, dass er ähnlich wie Gasselsberger die Bank stark in der Öffentlichkeit präsentieren will. Außerdem trage vieles in der Bank bereits auch seine Handschrift – insbesondere die Strategie 2030. Diese setzt vorwiegend auf organisches Wachstum.