
Hochleistungswerkstoffe aus Tirol für die Welt: Plansee.
©APA/APA/MARKUS STEGMAYR/MARKUS STEGMAYRDer Tiroler Industriekonzern kämpft mit heftigen Preisentwicklungen, setzt aber mehr um als im Jahr davor. Von der Industriestrategie der Bundesregierung sei bisher nichts in der Praxis angekommen.
Mit 2,35 Milliarden Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2025/26, das Ende Februar endete, reiht sich das 105 Jahre alte Tiroler Industrieunternehmen Plansee auf Rang 52 der trend Top 500 – Liste der größten Unternehmen des Landes ein. In einem extrem volatilen Umfeld gelang ein Zuwachs von vier Prozent – getrieben auch von den Weltmarktpreisen für Wolfram, die sich seit Anfang 2025 versiebenfacht haben. Plansee mit Sitz nahe Reutte und weltweit 11.120 Mitarbeiter:innen ist nach Angaben von CEO Karlheinz Wex „der größte Hersteller von Wolfram- und Molybdänprodukten in der westlichen Welt“. Das Schwermetall Wolfram wird insbesondere im Werkzeugbau, in der Medizintechnik oder in der Luftfahrtindustrie benötigt.
In Reutte werden 2.500 Mitarbeitende beschäftigt. Über die Standortqualität in Österreich lässt Wex wenig Positives fallen. In Sachen Verwaltung spiele das Land in einer Liga mit Botswana, und von der laut posaunten Industriestrategie der Bundesregierung sei „noch nichts angekommen, das geht in die falsche Richtung."
Trotz der vielen Aufs und Abs und festgestellten Widrigkeiten war das Jahr „eines der besten Jahre der Unternehmensgeschichte", so Wex. Die Segmente Maschinenbau sowie Luft- und Raumfahrt, zu dem auch Rüstung gehört, erzielten starke Steigerungen. Dennoch wird Plansee trotz prognostizierter Investitionsoffensiven nicht alles auf die Rüstungskarte setzen. Es werde weiter Steigerungen geben, sagt der CEO, allerdings sei das Geschäftsfeld Defence erfahrungsgemäß sehr zyklisch, in vier bis fünf Jahren könne der Boom wieder vorbei sein.
„Weg von China" ist das Leitmotto: In der Volksrepublik befinden sich 52 Prozent der weltweit bekannten Vorkommen; 80 Prozent des globalen Abbaus erfolgen dort. Weil es durch Exportrestriktionen der Chinesen zuletzt zu gewaltigen Preisturbulenzen kam, wollen die Tiroler ihren schon 2008 eingeschlagenen Weg fortsetzen, verstärkt auf Recycling und das Sammeln von Wolframschrotten zu setzen. Für die US-Regierung will Plansee ein Wolframoxid-Lager aufbauen, um die Versorgung der amerikanischen Volkswirtschaft sicherzustellen: „Es gibt aber noch keinen endgültigen Vertrag."