
Verbund, Öbag und die Bundesforste sollen 2027 rund 163 Mio. Euro und 2028 rund 180 Mio. Euro zusätzlich in das Budget einzahlen. Gleichzeitig gerät die Verbund-Aktie unter Druck.
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Zur Budgetsanierung fordert die Regierung von Staatsbetrieben höhere Gewinnausschüttungen. Im Doppelbudget 2027/2028 sind zusätzliche Dividenden von 163 Mio. Euro für 2027 und 180 Mio. Euro für 2028 vorgesehen. Diese stammen von der Staatsholding Öbag, der Verbund AG sowie den Bundesforsten, wie Finanzminister Markus Marterbauer bei der Vorstellung des Doppelbudgets im Nationalrat ausführte.
Die Bundesforste, die sich zu 100 Prozent im Eigentum der Republik befinden, verzeichnen seit dem Jahr 2020 deutlich gestiegene Gewinne. Aus diesem Grund wird die Gewinnausschüttung an den Bund von 2027 bis 2029 um jährlich 20 Mio. Euro erhöht. Da die Bundesforste nicht dem Sektor Staat zugeordnet sind, ist auch diese höhere Gewinnausschüttung Maastricht-wirksam.
Den größten Anteil an den zusätzlichen Ausschüttungen tragen die Öbag und der Energiekonzern Verbund. Von ihnen fordert das Wirtschaftsministerium 143 Mio. Euro im Jahr 2027 beziehungsweise 160 Mio. Euro im Jahr 2028 zusätzlich als Dividende ein. Über die Ausschüttung der Öbag fließen indirekt auch die Gewinne mittelbarer Bundesbeteiligungen wie der OMV in das Budget ein.
Verbund-Gewinnwarnung erwartet
Gleichzeitig mit der Ankündigung, dass die Verbund AG zusätzliche Dividenden abzuführen hat, bestätigten Analysten von Deutsche Bank Research ihre Verkaufsempfehlung „Sell“ für die Verbund-Aktie. Auch das Kursziel in Höhe von 55 Euro wurde unverändert beibehalten. Denn gemäß der Analyse werden die Aussichten für den Wasserkraftbereich nicht besser. Bei der Deutsche Bank Research geht man davon aus, dass der Verbund noch vor der Veröffentlichung der Halbjahresergebnisse eine Gewinnwarnung aussprechen muss.
„Die Wasserkraftproduktion lag im April/Mai rund 42 Prozent unter dem Normalwert, was zusätzlich zu den Umsatzeinbußen Stromrückkäufe in Höhe von rund 100 Mio. Euro bedeutet“, schreibt der zuständige Experte Olly Jeffery in seinem Bericht: „Auch die Prognose für Juni liegt 15 Prozent unter dem Normalwert. Wir erwarten keine wesentlichen Kompensationen im übrigen Geschäft.“ Der erwartete Gewinn je Aktie für 2026 wurde daher auch auf 2,66 Euro (vorher 2,85 Euro) angepasst. Für die beiden Folgejahre werden 4,12 Euro bzw. 3,62 Euro prognostiziert. Am Mittwochnachmittag notierten die Verbund-Titel an der Wiener Börse bei 58,95 Euro.